Stichwort: Frankenschock

Was hat Sie in den vergangenen fünf Jahren unternehmerisch besonders herausgefordert?

Die Relation des Schweizer Frankens zum Euro war unsere grösste Herausforderung. Die Umsätze, die wir in Schweizer Franken erzielen, die ja theoretisch als «Hedge» dienen würden, kommen aus dem Handelsgeschäft. Das heisst: als die Aufwertung stattgefunden hatte, riefen am nächsten Tag direkt die Kunden an, um die Weitergabe von Preisvorteilen auf die importierten Produkte zu verlangen. Das ökonomische Risiko tragen wir also im vollen Umfang unserer Wertschöpfung in der Schweiz. Dieses Risiko müssen wir in Kauf nehmen, wenn wir am Standort festhalten – zu welchem wir uns klar bekennen. Wir richten uns also auf Projekte aus, die möglichst gut dem kompetitiven Vorteil der Schweiz entsprechen, fokussieren auf Projekte und Prozesse mit hohem Innovationsgrad, hoher Kapitalintensität und hohem Automatisierungsgrad. Die erfolgreiche Realisierung solcher Projekte und Prozesse gelingt wiederum nur mit sehr gut qualifizierten Mitarbeitenden – auf die wir in der Schweiz zählen können. Produkte mit tieferem Innovationsgehalt verlagern wir an Standorte, die über geeignetere Rahmenbedingungen verfügen. Diese Schärfung des Produktionsprofils in der Schweiz hat auch Veränderungen der Profile ausländischer Werke zur Folge, um die Standorte optimal aufeinander abzustimmen. Was die Währungssituation betrifft, stellen wir uns auf die Parität zum Euro ein. 

Welche Herausforderungen sehen Sie in den nächsten fünf Jahren auf Ihren Betrieb zukommen?

Wir haben zahlreiche Wachstumsprojekte akquirieren können, die wir nun an verschiedenen Standorten hochfahren. Dadurch, und als Folge der oben erwähnten Schärfung der Produktionsprofile, bauen wir dort Kompetenzen auf und nutzen entstehende Skaleneffekte. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Veränderungen ist für uns von sehr grosser Bedeutung.


Claude Stadler
Leiter Unternehmenskommunikation und IR SFS Group, Heerbrugg