Screenshot Netflix

Status-Wettlauf in der Hochschulbildung

Eine Dokumentation zeichnet den Bestechungsskandal an den amerikanischen Ivy-League-Universitäten nach.

«Ich mag keinem Club angehören, der mich als Mitglied aufnimmt.» ‒ Groucho Marx

Eine Folge der Öffnung der Hochschulen für breitere Bevölkerungsschichten ist, dass sich der Wettbewerb um Status verschärft hat – sowohl unter Anbietern als auch unter Nachfragern nach Uni-Abschlüssen. In den USA gilt in manchen Kreisen ein Yale- oder Harvard-Abschluss als unverzichtbar, um es im Leben zu etwas zu bringen. Die exorbitanten Studiengebühren verstärken den Drang in die Ivy League nur noch mehr. Manche Eltern tun alles, um ihren Zöglingen einen der begehrten Plätze zu sichern.

Vor zwei Jahren erschütterte ein Skandal die Welt der Eliten und ihrer Hochschulen: Es kam heraus, dass Hollywood-Stars, erfolgreiche Unternehmer und andere Gutbetuchte dem Berater William Singer Geld dafür gegeben hatten, dass er ihren Nachwuchs an ein prestigeträchtiges College brachte. Die Netflix-Dokumentation Operation Varsity Blues zeichnet eindrücklich nach, wie Singer seine «Seitentüre» vermarktete, indem er auf das Statusdenken und die Verunsicherung seiner Kunden zielte. Der Film lässt einen ungläubig zurück – und mit der Frage im Hinterkopf, wer eigentlich etwas davon hat, dass die Inflation von Diplomen ein zunehmend absurdes Wettrennen um immer noch exklusivere Abschlüsse auslöst. (lz)

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Wolf Lotter, Autor und Mitgründer von «brand eins»,
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