Spezielle Spezialisten

Wie Thorkil Sonne nicht nur für seinen autistischen Sohn eine bessere Zukunft schafft.

Vor ein paar Jahren wurde der Däne Thorkil Sonne Vater. Doch Thorkil und seine Frau merkten rasch, dass ihr Sohn Lars nicht wie andere Kinder war. Der kleine Junge hatte Mühe zu sprechen. Und er spielte am liebsten allein.

Als die Eltern Lars zu einem Arzt brachten, stellte dieser bei ihm Autismus fest. Thorkil und seine Frau waren erschüttert. Was für ein Leben würde ihr Sohn haben? Würde Lars je eine erfüllende Arbeit finden?

Gleichzeitig sahen die Eltern, dass ihr Kind aussergewöhnliche Fähigkeiten besass. So konnte Lars zum Beispiel kurz in einem Buch eine komplizierte Illustration betrachten und dann aus dem Kopf detailgetreu nachzeichnen.

Thorkil begann, sich eingehend mit der Krankheit seines Sohns auseinanderzusetzen. Und fand heraus, dass Autisten ganz spezielle Fähigkeiten haben. Sie können sehr gut logisch denken und sich konzentrieren. Sie haben ein extrem gutes Gedächtnis. Sie nehmen kleinste Unregelmässigkeiten wahr. Und monotone Routinearbeiten machen ihnen nichts aus.

Darum gründete Thorkil 2004 die Stiftung «Specialisterne» (dänisch Spezialisten). Sie setzt sich dafür ein, dass Unternehmen die Fähigkeiten von Menschen mit Autismus erkennen. Und tatsächlich: Immer mehr Firmen beschäftigen Autisten im Bereich Softwareentwicklung, Steuerprüfung, Dateneingabe oder Qualitätskontrolle. Und das nicht nur in Dänemark, sondern auch überall sonst, wo die Stiftung aktiv ist.

Das Ziel von Thorkil Sonne ist die Schaffung von einer Million Arbeitsplätzen für Menschen mit Autismus. Denn wie der Name seiner Stiftung sagt: Autisten gehören nicht in eine Werkstätte für Behinderte – sie sind Spezialisten.

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
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