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Wie Big-Tech-Firmen alle Sorgen wegzaubern

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Die Welt hat Probleme. Gemäss Sorgenbarometer der Credit Suisse beschäftigten uns im Jahr 2020 vor allem die Coronapandemie, die instabile Lage der AHV, drohende Arbeitslosigkeit und der Klimawandel. Wäre es nicht schön, alle diese Nöte von heute auf morgen verschwinden lassen zu können? Bis anhin sind Virtual-Reality-Brillen, wie zum Beispiel jene des Herstellers Oculus, ein Gadget, mit dem sich lediglich technologieaffine Gamer austoben. Doch geht es nach den Big-Tech-Priestern des Silicon Valley, dann sollten uns die Computersimulationen schon sehr bald einen Ausweg aus der ungemütlichen Realität aufzeigen. «Nicht jeder kann Richard Bransons private Insel haben», konstatiert der Programmierer John Carmack in einem Podcast mit Joe Rogan. Die reale Welt und ihre Rohstoffe seien leider knapp, in der virtuellen Welt hingegen könne sich jeder seine eigene Traumsimulation basteln: Die Möglichkeiten sind plötzlich unbegrenzt. Carmack glaubt, dass die VR-Brillen schon bald zu einem günstigen Produkt auf dem Massenmarkt werden. Sie müssen sich also keine Sorgen um die Zukunft bereiten: Falls auf dem Erdball die Kacke am Dampfen ist, werden wir das gar nicht erst mitbekommen. Wir werden wie im Film «The Matrix» am süssen Honigtopf unserer ganz persönlichen Simulation hängen. (jb)

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Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
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