Bild: www.lego.com

Sexistische Bausteine

Lego will alte Rollenbilder überwinden.

Haben Generationen von Kindern durch Spielzeug überkommene Geschlechterstereotypen vermittelt bekommen? Diesen Schluss legt die jüngste Entscheidung von Lego nahe, künftig mehr weiblich gelesene Plastikfiguren herzustellen, die in traditionell männlichen Tätigkeitsbereichen wie Tiefbau oder Piraterie aktiv sind. Eine Umfrage im Auftrag des dänischen Konzerns hatte zuvor ergeben, dass Jungen und Mädchen nach wie vor zu unterschiedlichen Aktivitäten und Berufen ermutigt werden – von ihrem Umfeld, aber auch von ihren Spielzeugen.

Die neue Strategie von Lego ist daher nachvollziehbar, vor allem aber strategisch geschickt, zumal sie pünktlich zum Weltmädchentag der UNO verkündet wurde. Als erfahrener Lego-Spieler darf man das Lego-Management und das Beifall klatschende Publikum indes daran erinnern, dass das geniale System modularer Klemmbausteine schon lange verschiedenste Kombinationen von Geschlechtern und Rollen erlaubt. Durch geschickte Kombination von Frisuren, Köpfen und Körpern können fantasievolle Kinder sogar Transfrauen und Transmänner kreieren. Aber vermutlich wartet Lego noch bis zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (17. Mai), bis das Unternehmen diese Möglichkeit erkennt. (lz)

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»