Selbständigkeit heisst selbst verantwortlich sein

Isabelle Sailer

«Viele, die sich selbständig machen, schenken der Altersvorsorge zu wenig Beachtung», sagt Isabelle Sailer. «Es stehen dann ganz andere Dinge im Fokus.» Sailer weiss, wovon sie spricht. Nachdem sie schon längere Zeit davon geträumt hatte, sich selbständig zu machen, hat sie vor acht Jahren den Schritt gewagt und ein eigenes Beratungsunternehmen für Kommunikation und Prozessbegleitung gegründet. Zu ihren Kunden gehören Organisationen, aber auch Einzelpersonen, etwa Führungskräfte, die sie coacht.

Den Entscheid zur Gründung des eigenen Unternehmens fällte Sailer, als sie, damals bei einer Agentur angestellt, mit ihrem zweiten Kind schwanger war. «Ich merkte, dass die Umsetzung von Festanstellung und Familie unter einen Hut zu bringen, für mich eine Illusion war.» An der Selbständigkeit schätzt die 44-Jährige vor allem die Freiheit. «Dadurch, dass ich mir meine Zeit frei einteilen kann, kann ich sowohl auf die Kunden als auch auf meine Kinder dann eingehen, wenn sie mich brauchen», sagt Sailer, die von sich selber sagt, zu «je 100 Prozent» berufstätig und als Mutter tätig zu sein.

Selbständigkeit bedeutet aber auch, selbst verantwortlich zu sein, und zwar für alles vom Drucker bis zur Altersvorsorge. Sailer befasste sich von Anfang an mit dem Thema. Für sie lohnt sich das Sparen in der dritten Säule mehr als in der Pensionskasse. Selbständige können bis zu 20 Prozent ihres Umsatzes auf ihr 3a-Konto einzahlen. Diese Obergrenze könne ein Hindernis sein, je nach Geschäftsgang, sagt Sailer. Im Allgemeinen funktioniere das System für sie aber gut. Handlungsbedarf sieht sie eher beim Vorsorgewissen. «Ich kann mich nicht erinnern, während meiner Ausbildung etwas über Vorsorge erfahren zu haben.» Von einer besseren Information würden nicht nur potentielle Firmengründer profitieren, ist sie überzeugt.

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Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
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