Sechs Anregungen, wie Sie
sozialistischen Nachwuchs
verhindern

Wer künftig in einer auch nur annähernd liberalen Welt leben will, tut gut daran, für libe­ralen Nachwuchs zu sorgen.

 

Warum überhaupt können Menschen noch dem Sozialismus auf den Leim gehen? Die Geschichte und die Logik sprechen eindeutig für den Liberalismus. Dennoch sind die Ideen von Hayek, Mises etc. den meisten Menschen unbekannt. Als Liberale müssen wir zugeben, dass wir die anderen mit unseren besseren Ideen noch nicht erreicht haben. Wer aber künftig in einer auch nur annähernd liberalen Welt leben will, tut gut daran, für libe­ralen Nachwuchs zu sorgen, um so den sozialistischen zu verhindern. Vielleicht gehtʼs so:

  1. Sich der sozialen Frage stellen

Gerade jungen Menschen ist Gerechtigkeit sehr wichtig. Wer mit 20 kein Sozialist ist, hat kein Herz, heisst es – sicher vor ­allem deswegen, weil der Liberalismus als unsozial gilt. Man muss aber nicht erst 40 werden, um diesen Irrtum mit dem Verstand zu durchschauen: Tatsächlich mehr Gerechtigkeit ergibt sich mit einem Mehr an Marktwirtschaft und einem ­Weniger an Subventionen und Regulierungen – gerade letztere wissen vor allem mit Anwaltsteams ausgestattete Grosskonzerne für sich zu nutzen. Der sozialen Vorteile des Liberalismus scheinen sich auch viele Liberale nicht bewusst zu sein: Ihnen sei Roland Baaders grossartiges Buch «Fauler Zauber» empfohlen.

  1. Eine Vision aufzeigen

Friedrich August von Hayek schrieb: «Was uns heute mangelt, ist eine liberale Utopie.» Die linke Utopie von Gleichheit und Gerechtigkeit – die zueinander im Gegensatz stehen – ist an sich eine erstrebenswerte Vision. Dass der Versuch, sie umzusetzen, Millionen von Toten gefordert hat, erfahren Schüler eher am Rande. Die liberale Vision dagegen ist eine Welt frei von Zwang und Gewalt. Überhaupt sind die Vorteile der libe­ralen Vision offenkundig: Hunger und Armut sind nicht über Hilfsaktionen fast von der Welt verschwunden, sondern durch die Ausbreitung von Marktwirtschaft und Rechtsstaat. Mit dem konsequenten Schutz des Eigentums ist die liberale ­Vision auch für die Umwelt die nachhaltigste Variante.

  1. Den akademischen Elfenbeinturm verlassen

Um junge Menschen zu gewinnen, müssen Wege und vielleicht auch Identifikationspersonen gefunden werden, die in der Lage sind, unsere besseren Ideen auch massenwirksamer zu kommunizieren. Ob mit diesen Ansätzen oder anders – die Kernaufgabe der Liberalen liegt nicht in tieferer akademischer Forschung, sondern in der effektiven Vermittlung der Grundlagen.

  1. Vorbild sein

Generell sollten die Liberalen der Versuchung widerstehen, (noch) Andersdenkende auf Biegen und Brechen überzeugen zu wollen – so verstärkt sich nur der Abwehrreflex. Als unan­genehmer Zeitgenosse wird man ja kaum eine positive Identifikationsfigur für junge Menschen. Also sollte man sich bemühen, das Gegenteil zu sein. Nur so können, behutsam und wohldosiert, die Vorteile der liberalen Position vermittelt werden. Mit etwas Glück fragen die Kinder nach, beginnen selbst zu ­lesen und schliessen sich der liberalen Idee an – freiwillig!

  1. Lehrer werden

Ein Grossteil der Personen, mit denen Kinder in der Schule in Berührung kommen, sind weiblichen Geschlechts. Im Sinne der Diversität, und um das Vorbildsein um eine berufliche Dimension zu erweitern, sollten Männer auch in der Schule mehr Verantwortung übernehmen. Kinder brauchen nicht nur weibliche Vorbilder, sondern auch männliche.

  1. Bei den eigenen Kindern anfangen

Im Zeitgeist, der an den meisten Bildungseinrichtungen weht, werden Kinder heute mit der sozialistischen Utopie und einer oft überzogenen, unzutreffenden Kritik an Liberalen konfrontiert. In der öffentlichen Schule wird sich so rasch nichts ­ändern. Aber über unsere eigenen Kinder können wir – direkt oder indirekt – auch andere junge Menschen erreichen. Ich etwa habe angefangen, die Kinderbuchserie der Tuttle-Zwillinge zu übersetzen. Sie hilft, die liberalen Inhalte schon ­Kindern im Grundschulalter leicht verständlich zu vermitteln. Es gilt, möglichst viele und vielfältige liberale Samen auszustreuen, damit der durch die sozialdemokratische, quasisozialistische Politik ausgedörrte Acker wieder erblühen möge.

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Werner Kieser, Unternehmer,
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