Schluss mit Liberallalla!

Der legitime Platz des Liberalen ist zwischen allen Stühlen. Er ist weder links noch rechts noch in der Mitte. Deshalb wird er von allen Seiten bedrängt und beschimpft. Dabei ist er kein Opportunist und auch kein Chamäleon. Er ist bloss einer Idee verpflichtet: der Idee der einen «unteilbaren Freiheit» (Ralf Dahrendorf) und ihrer Konsequenzen. Politiker […]

Schluss mit Liberallalla!

Der legitime Platz des Liberalen ist zwischen allen Stühlen. Er ist weder links noch rechts noch in der Mitte. Deshalb wird er von allen Seiten bedrängt und beschimpft. Dabei ist er kein Opportunist und auch kein Chamäleon. Er ist bloss einer Idee verpflichtet: der Idee der einen «unteilbaren Freiheit» (Ralf Dahrendorf) und ihrer Konsequenzen.

Politiker aller freiheitlichen Couleur suchen sich im politischen Alltag ihre eigenen Stühle, Flügel oder Plattform genannt, wollen sich von ihren Mitstreitern abgrenzen, um damit freiheitliches Profil zu gewinnen. Das eigene Etikett in Form vermeintlich präzisierender Liberalismen sorgt jedoch keineswegs für eine produktive Konkurrenz untereinander. Vielmehr stehen Liberale vor der skurrilen Situation, dass sie sich aufgrund ihrer neuen Beliebigkeit von niemandem mehr abgrenzen können: jeder Bürger, jeder Politiker – ganz egal, welcher Partei er angehört – versteht sich auf irgendeine Art als «liberal».

Wenn der Begriff alles und nichts bedeutet, warum streiten Politiker dann weiterhin um dessen Deutungshoheit? Wir haben zwei politische Praktiker, Karin Keller-Sutter und Martin Bäumle, nach ihrem liberalen Selbstverständnis gefragt. Die Antworten sind überraschend klar.

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