Baschi Dürr, zvg.

Priceman räumt auf

Wer bekommt fast jedes Problem in den Griff? Der Preis!

 

Ob Batman oder Wonder ­Woman, Black Widow oder Spider-Man – Superhelden ­aller Couleur dominieren die Kino-Charts. Die einen sind sehr stark, die anderen enorm schnell, und allesamt kämpfen sie für das Gute und Richtige. Ob die Popularität dieser Weltretter im aktuellen Weltzustand gründet, mag offenbleiben. Aber wer wünschte sich nicht, es gäbe solche Superhelden realiter? Dabei gibt es tatsächlich einen, der über allem wacht und fast jedes Pro­blem in den Griff bekommt: der Preis!

Ob auf die kurze oder die lange Frist, im Kleinen oder im Grossen, biegt der (freie) Preis alles auf den Weg zur ­jeweils effizientesten und damit besten Lösung. Das gilt und galt für autoritäre Regimes, die in der Geschichte noch immer letztlich an den zu hohen Kosten der Unfreiheit scheiterten. Im Konsumentenalltag wiederum erleben wir diese Superheldenkraft aktuell vor allem im Energiebereich und damit in der Klimapolitik. Blieben ­deren Forderungen lange etwas weltfremd, brachte erst das Auftauchen des Preises die Leute zum Handeln: Die Nachfrage nach alternativen Heizungs- und Antriebstechnologien schnellt nach oben, die Energiewende nimmt Fahrt auf. Aber statt hierbei erfreut zuzuschauen, binden die Behörden diesen Kämpfer für das Gute und Richtige sogleich zurück – am anschaulichsten mit dem «Tankrabatt» unserer Nachbarländer, auf den wohl nicht einmal Joker, Thanos oder ein anderer Gegenspieler der ­Kinosuperhelden gekommen wäre.

Auch in der Schweiz haben wir ein etwas kompliziertes Verhältnis zum Preis. Wir vertrauen ihm marktwirtschaftlich ein bisschen, wollen ihn aber korporatistisch im Aug und Zaum (be)halten. Als eine Art Superheldenbehörde haben wir den «Preisüberwacher» geschaffen, der – ähnlich wie im Film – sich vorbehält, es abschliessend besser zu finden und zu können. Dabei bräuchten wir das Gegenteil: Der Preis sollte nicht überwacht, sondern ihm die Überwachung anvertraut werden. Weniger Monsieur Prix, mehr Priceman!

«Eine inspirierende und
hochkarätige Lektüre
mit viel Tiefgang.»
Olivier Kessler, Direktor des Liberalen Instituts,
über den «Schweizer Monat»