Christoph Luchsinger, zvg.

pH-Wert: Was die Zahl auf Ihrer Hautcremetube bedeutet

Der PH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine Substanz ist. Dahinter steht auch Mathematik.

 

Die meisten von uns kennen den pH-Wert vor allem aus der Werbung, von Seifen und Salben. Selbstredend spielt der Hauttyp dabei eine zentrale Rolle. Doch was sagt der pH-Wert wirklich aus? Gemäss Lehrbuch ist der pH-Wert der «negative, dekadische Logarithmus der Konzentration der Wasserstoffionen in Mol pro Liter». Es geht dabei um Säure.

Unser gebräuchliches Wasser besteht im wesentlichen aus H2O – das heisst aus 2 Wasserstoffatomen (H), verbunden mit 1 Sauerstoffatom (O). Doch gibt es immer auch einige wenige freie H+-Ionen und OH-Ionen, die gerade nicht zu H2O verbunden sind. Die Menge H+-Ionen ist im reinen Wasser gleich 10‒7 Mol pro Liter Wasser (1 Mol entspricht dabei 6,02 · 1023 Teilchen; so hat man die Chemie historisch geeicht). Entscheidend ist die Zahl 7 im Exponenten. Das ist der pH-Wert. Das p in pH deutet die Potenz an und H die Wasserstoffionen. Um den Exponenten zu isolieren, nimmt man zum Beispiel bei 10‒7 zuerst den 10er-Logarithmus («dekadisch» in obiger Definition, dann hat man ‒7), dann noch den negativen Wert, das gibt dann 7 gemäss obiger Definition. Jede Steigerung des pH-Wertes um 1, zum Beispiel von 10‒4 zu 10‒5, bedeutet, dass es 10mal weniger freie Wasserstoffionen hat. Einen pH-Wert von 7 nennt man «neutral», Werte kleiner als 7 nennt man sauer, Werte grösser 7 basisch (oder alkalisch). Ein paar Beispiele von ungefähren pH-Werten zeigen die grosse Bandbreite: Magensäure hat 1,5, Zitronensaft 2, Coca-Cola 2‒3, saure Milch 5 (sie ist also wirklich «sauer»), Blut 7,4, Seife 9‒10.

Auch wenn sie in Science-Fiction vorkommen: Salzsäureseen sind wissenschaftlich gesehen unmöglich, sie würden sich mit der Zeit verflüchtigen. Ebenfalls ins Reich der Märchen gehört die esoterische Vorstellung, dass basische Lösungen (pH-Wert über 7) im Gegensatz zu sauren Lösungen (pH-Wert unter 7) harmlos bis sehr gut seien, beispielsweise für zarte Haut. Probieren Sie es bitte nicht aus: Wenn man sich weit von der 7 entfernt, ist die Wirkung ätzend – und zwar auf beide Seiten hin. Viele Putzmittel sind beispielsweise im hohen basischen Bereich und damit ähnlich gefährlich wie Säuren.

«Der beste Journalismus ist der,
den man liest, obwohl einen das Thema bis dahin gar nicht interessiert hat.
Beim MONAT passiert mir das ständig.»
Niko Stoifberg, Schriftsteller und Redaktor bei «getAbstract», über den «Schweizer Monat»