Personenfreizügigkeit

Es muss gesagt werden, was offensichtlich ist, und koste es die Gnade der Welt: Da sind zu viele, und zu vieles der vielen ist hässlich. Einschränken muss man die Freizügigkeit, die totale Verwirrung der Geister durch griffige Worte, Ventile taugen nicht, wo heisse Luft schon die Köpfe rötet und auf wüsten Wülsten als Perle glänzt, […]

Personenfreizügigkeit

Es muss gesagt werden,
was offensichtlich ist,
und koste es die Gnade der Welt:
Da sind zu viele, und zu vieles der vielen ist hässlich.

Einschränken muss man die Freizügigkeit, die totale
Verwirrung der Geister durch griffige Worte,
Ventile
taugen nicht,
wo heisse Luft schon die Köpfe rötet und auf
wüsten Wülsten als Perle glänzt,
was durch geweitete Poren dringt,
braucht es
Bademäntel.

Ohrenstöpsel
sind nötig,
wo wohlige Wärme Herzen und Münder öffnet
zu unverhülltem Reden über freien Verkehr
der Personen,
die mit schrumpeligen Fingern über feuchte Körper
glitschen
und mit hilflosem Kratzen
die nach Ruhe fiebernden Nerven ritzen.

Halstücher
würden helfen,
den Durchzug des dauernden Zuzugs zu
zügeln, nur wohin
im Erholungsraum zieht Enge ein, knapp wird der Platz
an der Sonne, umwölkt
von Dunst und Schall und Schwall und Schwefel
ist das Paradies, umzingelt, heiss züngelt es,
l’enfer, c’est les autres.

Es muss gesagt werden,
was offensichtlich ist,
und koste es den Zugang zur osmanischen Welt:
Nie mehr türkisches Dampfbad!

«Jeden Monat frische Denküberraschungen! Eine gehaltvolle und elegant gestaltete Zeitschrift.»
Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
über den «Schweizer Monat»