Opas Internet

Opas Internet

Ein Nostalgietrip zu den Ursprüngen des digitalen Zeitalters.

Alle kennen die Warnung: «Das Internet vergisst nichts.» Der Journalist Adrian Lobe bemerkte bei der Suche nach seinen eigenen Spuren im frühen Internet schnell: Das stimmt gar nicht. Alte Chat-Protokolle und Party-Pics sind von den Servern verschwunden. Selbst die allererste Webseite – übrigens mit «.ch»-Endung –, die der Physiker Tim Berners-Lee am CERN erstellte, ist nicht mehr auffindbar. Das Internet, welches sinnbildlich für den technologischen Fortschritt und die Zukunft steht, hat selbst auch eine Vergangenheit, eine Geschichte, welche vergessen gehen kann. Das gemeinnützige «Internet Archive» hat sich zwar zum Ziel gesetzt, das Internet zu archivieren, aber auch dort fehlen die ersten paar Jahre.

In seinem Buch «Mach das Internet aus, ich muss telefonieren» wird Lobe zum Archäologen und erforscht eine Zeit, als das Internet wirklich noch «Neuland» war. Entsprechend dem Untertitel «Kuriose Geschichten aus der digitalen Steinzeit» umfasst die Nostalgiereise auch Anekdoten über andere veraltete Technologien. Wer weiss noch, wie man sich half, wenn eine Kassette wieder einmal Bandsalat produziert hatte? Wer mag sich an Tetris oder Tamagotchis erinnern? Oder Besucherzähler auf frühen Webseiten? Den Millennium-Bug? Was Lobe ausgräbt, lässt einen beim Lesen immer wieder denken: «Ach ja, stimmt! Das war damals so.» (mg)

«Facettenreiche Perspektiven
statt monotoner Haltungsjournalismus.»
Peter Hettich, Professor für öffentliches Wirtschaftsrecht,
über den «Schweizer Monat»