Neue Technologien bringen neue Neurosen
PaPeRo – der Roboter des japanischen Elektronikkonzerns NEC. Bild: Creative Commons.

Neue Technologien bringen neue Neurosen

Jede Zeit kennt ihre ganz eigenen Gesundheitsprobleme. Gerade digitale Technologien verschlimmern manchmal genau das, was sie zu heilen versprechen.

PaPeRo ist ein Roboter des japanischen Elektronikkonzerns NEC. PaPeRo ist aber auch ein Gesprächspartner, der Alten gegen Einsamkeit helfen soll. Als eine ältere Dame in ihrem Haushalt stürzte und sich das Bein brach, machte der Roboter ein Foto und sandte es an die Angehörigen, welche dann medizinische Hilfe organisierten, erklärt der Hersteller. Der Roboter meldet jedoch jedes ausserordentliche Verhalten – inklusive ungewöhnlichen Besuchs, beispielsweise von einer Jugendliebe. Anhand Anekdoten wie dieser erläutert der Psychologe und Therapeut Johannes Hepp in «Die Psyche des Homo Digitalis» die Herausforderungen, welche digitale Technologien für mit sich bringen. Die Geschichte von PaPeRo soll illustrieren, wie es Einsamkeit trotz Vernetzung geben kann. Hepp nennt das die Isolations-Neurose – eine von insgesamt 21, welche er untersucht. Den Begriff legt er, wie er selbst einräumt, jedoch offen aus, weswegen er auch in die Diskussion tagespolitischer Themen ausschweift. (mg)

Johannes Hepp: Die Psyche des Homo Digitalis. München: Kösel.

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»