Mit den «Ringen der Macht» hat sich Jeff Bezos sehr teuren Schmuck zugelegt
Die numenorische Königin Míriel (Cynthia Addai-Robinson), der Elbens-Soldat Arondir (Ismael Cruz Córdova) und der Kämpfer Halbrand (Charlie Vickers). Bild: Matt Grace/Prime Video.

Mit den «Ringen der Macht» hat sich Jeff Bezos sehr teuren Schmuck zugelegt

Die teuerste Fernsehserie aller Zeiten ist schön anzusehen. Inhaltlich kommt die Produktion von Amazon Prime Video allerdings nur langsam in Fahrt.

Im Jahr 2017 war die Fantasyserie «Game of Thrones» des amerikanischen TV-Senders HBO ein kulturelles Phänomen. Amazon-Gründer Jeff Bezos, so erzählte man damals, wollte für seinen eigenen Video-Streaming-Dienst Prime Video unbedingt einen ähnlichen Blockbuster.

Und weil Bezos eine der finanzkräftigsten Personen dieser Erde ist, kaufte sich Prime Video die Fernsehrechte am Buch «Der Herr der Ringe», dem zentralen Werk der Fantasyliteratur, das zwischen 1937 und 1949 von J. R. R. Tolkien veröffentlicht wurde – für rund 250 Millionen Dollar.

Weil jedoch die Geschichten des «Herrn der Ringe» und des «Hobbits» bereits sehr erfolgreich fürs Kino adaptiert wurden, geht die Amazon-Serie «The Rings of Power» nun in der Zeit weit zurück.

Sie erzählt aus dem zweiten Zeitalter Mittelerdes, wie es Tolkien entworfen hat. Somit spielt die Handlung Tausende von Jahren vor den Ereignissen des «Herrn der Ringe». Es geht dabei um die Erschaffung der Ringe der Macht, die Entstehung des Schattenreichs Mordor und den Aufstieg des Bösewichts Sauron.

Insgesamt sind fünf Staffeln geplant. Die erste weist acht Folgen mit jeweils rund 70 Minuten Spielzeit auf. Die Serie ist spektakulär gefilmt, die Schauspieler sind kompetent und wunderbar kostümiert, die Spezialeffekte auf hohem Niveau.

Die Handlung braucht jedoch einige Zeit, um in Gang zu kommen. Allzu stark setzten die Serienmacher auf Verbindungen zum bekannteren Stoff und auf Recycling von Filmmotiven. Eine gewisse Kontroverse entstand in den USA, weil die Rollen bewusst «divers» besetzt wurden, was für den Zuschauer aber wenig relevant ist. Spannungsmässig steht in der ersten Staffel die Frage im Zentrum, in welcher Gestalt Sauron auftaucht. Ob die Serie langfristig fesseln kann, ist nach der ersten Staffel noch nicht wirklich klar. Es bleibt so auch offen, ob das kulturelle Megaprojekt – Amazon soll insgesamt über 1 Milliarde US-Dollar in die bisher teuerste Serienproduktion investieren – sich letztlich auch finanziell lohnen wird. (dj.)

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