Meinungsvielfalt bei SRF

Beim Rahmenabkommen lebt die interne Debattenkultur in den öffentlich-rechtlichen Medien.

Meinungsvielfalt bei SRF

Man konnte den staatlich finanzierten Medien in der Schweiz nicht vorwerfen, zu wenig regierungskritisch zu sein, nachdem der Bundesrat die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU abgebrochen hat. SRF gab den (potenziellen) negativen Folgen des Entscheids viel Gewicht in der Berichterstattung. So verwendete das «Echo der Zeit» am Donnerstag gut die Hälfte der Sendezeit darauf, Kritik aus rechtlicher, historischer und wirtschaftlicher Sicht eine Plattform zu geben.

Das wiederum veranlasste Michael Perricone, stellvertretender Inlandchef im Newsroom des SRF, auf Twitter zur spitzen Bemerkung: «Dank dem BR-Bashing heute im #SRFEcho bin nun auch ich überzeugt: Dieser BR muss eine verantwortungslose Bande sein! Wie sonst kann er gegen die CH Verfassung UND Tradition UND Wirtschaft entscheiden, wie mir das Radio gerade 23 Minuten lang erklärt hat?!»

Dass es bei SRF auch Stimmen gibt, die das nun gescheiterte Abkommen kritisch beleuchten, zeigt übrigens die Analyse des Leiters der Bundeshausredaktion des SRF-Radios, Philipp Burkhardt, von Mittwochabend. Eigentlich sei es die EU gewesen, welche die Verhandlungen faktisch abgebrochen habe, indem sie diese schon vor drei Jahren für beendet erklärt habe, stellte er fest. Der Entscheid des Bundesrats sei eine Antwort auf die Druckversuche aus Brüssel gewesen.

Wir lernen: Das öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen kann Meinungsvielfalt. Weiter so! (lz)

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Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
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