Manchmal eine blutige Angelegenheit…

Arbeiten von Studierenden der HGK Zürich

Manchmal eine blutige Angelegenheit…

«Dimensionen der Gerechtigkeit»: unter diesem Titel hatten an der Zürcher Hochschule für Gestaltung und Kunst, im Studienbereich «Visuelle Gestaltung», die beiden Dozenten Mihaly Varga und David Skopec zu Beginn des Wintersemesters 2004/2005 ein Projekt ausgeschrieben. Hinter der Idee von Gerechtigkeit, so hiess es, öffne sich eine Welt voller Unschärfen. Ein probates Gegenmittel sei in den meisten Fällen die Kommunikation. Als Lernziel wurde daher die Transformation dieser Unschärfen in kommunizierbare Inhalte und Botschaften angegeben. In einer experimentellen Herangehensweise sollten die Dimensionen der Gerechtigkeit aufzeigt werden, ohne dass dabei der Anspruch der Informationsvermittlung aufgegeben würde. Von den rund 30 Arbeiten, die während des Projektes fertiggestellt wurden, stellen wir in der vorliegenden Ausgabe der «Schweizer Monatshefte» eine Auswahl vor.

Ort: Hochschule für Kunst und Gestaltung

Zeit: letzter Projekttag, Präsentation und Auswahl der Arbeiten

Personen: Studentinnen und Studenten, Dozent, Redaktorin

«In der Vielfalt gibt es keine Gerechtigkeit.»

«Derjenige, der auf der Seite der Gewinner steht, findet immer alles gerecht.»

«Ist etwas ungerecht, wenn man selber schuld ist?»

«Gibt es überhaupt Gerechtigkeit? Es gibt nur Schicksale!»

«Gerechtigkeit ist eine subjektive Sache. Der Preis ist daher verschieden, den man bereit ist, für die Gerechtigkeit zu zahlen.»

«Der Kampf für die Gerechtigkeit beginnt dort, wo man sich ungerecht behandelt fühlt.»

«Mehr oder weniger ist ungerecht. Doch gleich ist langweilig.»

«Gerechtigkeit ist wie sweet and sour. In jedem Richtigen ist etwas Falsches. In jedem Falschen etwas Richtiges.»

«Was für alle gerecht ist, ist für das Individuum ungerecht.»

«Gerechtigkeit hat mit Differenzen zu tun. Wenn alles ausgeglichen wäre, gäbe es keine Differenzierungsmöglichkeiten.»

«Ich bin zwar für Gerechtigkeit, will aber nichts abgeben!»

«Es ist gerecht, wenn man keine Freunde hat; denn man ist selber schuld.»

«Gerechtigkeit ist nicht Gleichheit.»

«Gerecht ist, was nicht stört.»

«Gerechtigkeit ist ein Kompromiss.»

«Gerechtigkeit ist eine Motivation.»

«Gerechtigkeit ist ein Konstrukt.»

«Zum Leben braucht es Ungerechtigkeit.»

«Ich denke, Gerechtigkeit ist manchmal eine blutige Angelegenheit.»

Das Alphabet ist gerecht.

Die Namen der Studentinnen und Studenten und ihre Beiträge zu dieser Ausgabe:

Simone Ackermann (S. 23), Pia Arnold (Titelbild; Beilage), Anna Büsching, Anne Hichert, Iria Hungerbühler (Titelbild; S. 10; Beilage), Kris Kronig (S. 30, 31; S. 37, S. 51), Pascale Osterwalder (S. 7; S. 43), Florian Schmid (S. 53 ), Oliver Schmid (S. 53 ).

«Jeden Monat frische Denküberraschungen! Eine gehaltvolle und elegant gestaltete Zeitschrift.»
Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
über den «Schweizer Monat»