Making of 1018

Wenn Hummler Marx liest

Die Werke von Friedrich August von Hayek hat Ex-Bankier und Publizist Konrad Hummler en détail gelesen, aber jene von Karl Marx, dem Autor des mehrbändigen «Kapitals» und einem der folgenreichsten philosophierenden Ökonomen der letzten 200 Jahre? Hätte er sie studiert gehabt, wäre ihm Thomas Pikettys ebenso umfangreicher wie vieldiskutierter Bestseller «Capital in the 21st Century» anfänglich nicht wie ein Buch mit sieben Siegeln erschienen. Hummler holte die Marx-Lektüre nach und erkannte: da entsteht, getarnt mit viel Zahlenmaterial, gerade eine neue Pseudoreligion. Mehr zur ihren Dogmen ab S. 19.

 

Klinik unter Palmen

Die magnetische Anomalie bei Ascona (oder das Angebot, ein paar Nächte im 5-Sterne-Haus am See zu nächtigen?) lockte kürzlich wieder viele Schriftsteller und Journalisten zu den «Eventi letterari» auf den Monte Verità. Um «Utopien und Dämonen» sollte es gehen – einige plauderten aber lieber von «Schneemenschen im Engadin» oder Schreibblockaden. Fast hätten wir im Ärger über dauernde Abschweifungen den Termin mit Durs Grünbein abgesagt. Zum Glück entschieden wir uns um, denn die Spannung des Gesprächs liess den Dichter schliesslich fast den eigenen Auftritt verpassen. Mehr ab S. 82.

 

Ridleys Rauchzeichen

Der britische Zoologe Matt Ridley ist ein Tausendsassa. In der April-Ausgabe erklärte er, warum Affen materielle Ungleichheit genauer einschätzen können als Menschen. Nun zeigt er, weshalb die E-Zigarette die Gesundheitskosten massiv senken wird. Raucher und Nichtraucher können sich davon ab S. 46 überzeugen lassen.

 

Wer ist «wir»?

Ein Dossier unter Kollektivismusverdacht! Denn meist, wenn öffentlich vom «Wir» die Rede ist, darf bei jedem ungefragten «Ich» durchaus eine gesunde Portion Skepsis aufkommen. Noch grösser sollte diese Portion aber sein, wenn mal wieder von der «Willensnation Schweiz» die Rede ist. Denn: wird aus dem DU eines Tessiners, dem DU eines Romands, dem DU eines Bündners und dem ICH eines Deutschschweizers damit grad quasiautomatisch ein «WIR»? Wir, hier in der Redaktion, haben da unsere Zweifel. Ob die 4 Zeitgenossen, denen wir den Auftrag gaben, sich über das «Wir» jenseits der Redaktion Gedanken zu machen, sie zerstreuen können? Mehr ab S. 51.

 

Energieschübe

Während zwei Tagen rannte Niall Ferguson von einem Termin zum nächsten. Kein Wunder. Für Auftritte des Historikers werden Gagen bezahlt, die jenen von Rockstars gleichen. Als Ferguson den Raum betritt, wirkt er erschöpft. Spätestens als Led Zeppelin zum Thema wird, ist jede Müdigkeit verflogen. Mehr zu süd- und afroafrika­nischen Klängen lesen Sie ab S. 12.

 

Höllenreiter Gumbrecht

Selbst treibt er keinen Sport, Gott bewahre. Hans Ulrich Gumbrechts Spezialdisziplin ist das Denken. Der Romanist der Stanford University weiss (fast) alles über Fussball, er zitiert stante pede die Aufstellungen aller Teams an der WM 1934. Oder 1950. Und natürlich 1954. Ein Gespräch mit Gumbrecht ist ein Höllenritt aus Zahlen, Fakten, Anekdoten. Lernen Sie ihn ab S. 28 kennen, er wird künftig für uns in die Tasten greifen.

«Der beste Journalismus ist der,
den man liest, obwohl einen das Thema bis dahin gar nicht interessiert hat.
Beim MONAT passiert mir das ständig.»
Niko Stoifberg, Schriftsteller und Redaktor bei «getAbstract», über den «Schweizer Monat»