Making of 1052

Wachsende Papierberge statt Vertrauen

Auf der «Monat»-Redaktion stellen wir präzises Denken über Parteibüchlein – gute Argumente verdienen Anerkennung. Wir haben uns deshalb gefreut, als sich der Zürcher SP-Nationalrat Tim Guldimann diesen Sommer mit einem Text an uns wandte, in dem er den Bürokratiewahn in staatlichen Stellen kritisiert – und dafür das eigene wie auch andere politische Lager verantwortlich macht. Politiker wie Bürger müssten wieder mehr auf Vertrauen und eine offene Fehlerkultur setzen, schlägt Guldimann vor (lesen Sie den Artikel hier). Damit bewegt sich der SP-Mann in bester liberaler Tradition, wie der Essay von Andrew Sabl zeigt: der Yale-Professor mit Schweizer Wurzeln weist nicht umsonst darauf hin, dass auch Gelassenheit zu einem liberalen Staat gehört. Wir haben diese und weitere Beiträge zu einem Schwerpunkt geschnürt, der sich der Frage nach einem «guten Staat» widmet.


 

In elitären Netzwerken

Dass eine Dissertation durch eine Satiresendung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wird, ist nicht der Normalfall. Mit der unter dem Titel «Meinungsmacht» veröffentlichten Netzwerkanalyse von Uwe Krüger ist das geschehen: der Videobeitrag der ZDF-Satiresendung «Die Anstalt» über Ergebnisse seiner Doktorarbeit wurde auf YouTube zum viel geteilten Grosserfolg. Im Gegensatz zum Beifall der YouTube-Zuschauer reagierten die Journalisten, deren Netzwerke aufgelistet wurden, pikiert und zogen vor Gericht. Am Ende ohne Erfolg. Lesen Sie den Beitrag hier.