Making Of 1047

New Economics

In den letzten Jahren hat sich die Ökonomie als Disziplin radikal verändert. Viele jüngere Ökonomen untersuchen lieber mit Hilfe von Feldforschung und Informationstechnologie die Wirklichkeit, statt sich diese in komplexen mathematischen Modellen reinzurechnen. Dieser empirische Zugang hat Konsequenzen: Manch längst etablierte ökonomische Wahrheit entpuppt sich als Mythos, manch beliebte politische Massnahme als nutzlos oder gar schädlich.

Die Ökonomin Dina Pomeranz gehört zu den bekannteren Vertreterinnen dieser neuen Ökonomengeneration. Sie ist erst diesen Frühling aus Harvard an die Universität Zürich zurückgekehrt – die in der Ökonomie heute übrigens zur weltweiten Spitze gehört. Unsere Redaktorin Olivia Kühni hat die Schweizerin zum Gespräch über ihre Forschung, den Wert der Empirie und alte Missverständnisse über die Arbeit von Ökonomen gebeten. Das Interview ist Teil eines ganzen Schwerpunkts, der sich möglichen Gründen und allfälligen Auswirkungen der neuen Wirklichkeitslust der Ökonomen widmet. Mehr dazu hier.


 

Boom & Bust

Es wurde und wird zwar viel über den demographischen Wandel geredet – welche handfesten Auswirkungen die Überalterung der Gesellschaft aber für den einzelnen Bürger hat, ist weiterhin nur wenigen Schweizern klar.

Seit Jahren und Jahrzehnten drängen Demographen, Ökonomen und andere Sozialwissenschafter auf Reformen der hiesigen Vorsorge- und Rentensysteme. Ohne nennenswerten Erfolg. Nun, da der lang prognostizierte Exodus der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Arbeitsmarkt Realität wird, stehen Politik und Gesellschaft vor einem (in den kommenden Jahren noch rasant wachsenden) Berg ungelöster Probleme: Das «Bye-bye» der Babyboomergeneration, so viel ist sicher, hat Einfluss auf die Vorsorge, die intergenerationale Solidarität, aber auch auf die Demokratie, die Politik, die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt, das Arbeitsleben und die Wissenschaft – kurz: auf unser gesamtes Zusammenleben.

Für die Alterskohorten, aus denen sich unsere Redaktion (Durchschnittsalter: 34) zusammensetzt, bedeutet das: mehr Umverteilung, mehr Verteilkämpfe, rasant steigende Kosten, längeres Arbeiten, weniger Mitbestimmung, weniger Freiheit. Jedenfalls, sofern nichts getan wird. Und was bedeutet es für Sie? Finden Sie es hier heraus!

 


 

Mossul

Kurz vor Weihnachten klingelte das Telefon unserer Bildredaktorin Serena Jung. Am anderen Ende: Alex Kühni. Der Fotojournalist, der neben Krisengebieten auch Staatsbesuche festhält und über Grafik doziert, hatte unsere Novemberausgabe gesehen – und darin: den Fotoessay von Rudolph Jula über seine Reisen nach Syrien. Kühni schlug vor, uns seine Fotos aus dem umkämpften Nordirak zu zeigen und schon nach wenigen Bildern war klar: diese Geschichte wollen wir machen – und an ihr wachsen. Was folgte: viele Bilder, sehr viele Bilder mehr und Treffen, die sich zu Weiterbildungen in Kriegsfotografie, militärische Operationen, schutzlose Zivilisten auf der Flucht, internationale Akteure, Notfallkrankenhäuser und Selfies mit Soldaten ausweiteten. Und: ein paar durchwachte Nächte. In sechs Reisen hat sich Alex Kühni der Stadt Mossul, in der 2014 das Kalifat des «Islamischen Staats» ausgerufen wurde, angenähert. Sie finden seine Fotoreportage, die seine persönlichen Berichte begleiten, hier.

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
über den «Schweizer Monat»