Making of 1036

Making of 1036
Norbert Bischof, photographiert von Florian Rittmeyer.

Wie Moral entsteht

Er gehört zu jenen intellektuellen Grössen, die das Rampenlicht nie gesucht haben. Als Norbert Bischof in ein Gespräch eingewilligt hatte, fragte Florian Rittmeyer seinen Stiefvater, ob dieser ihn begleiten würde. Denn von ihm kam die Buchempfehlung für Bischofs Monumentalwerk «Moral». Gespannt klingelten die beiden fünf Wochen später an Bischofs Haus in der Nähe von München. Nach einem herzlichen Empfang entwickelte sich auf Bischofs Couch rasch ein lebhaftes Gespräch über Motivation, Moral und die eigene Identität (ab S. 18).


Amerikanischer Albtraum

Unser Kulturredaktor Michael Wiederstein kauft seine private Lektüre nicht selten im exzellenten englischen Buchladen «Pile of Books» in Zürich. Dort stiess er, auf Empfehlung des Inhabers, erstmals Ende 2015 auf die Bücher des US-Schriftstellers Richard Lange. Als Chronist des zeitgenössischen Lebens in und um Los Angeles schreibt Lange Romane und Kurzgeschichten, die es auch politisch in sich haben. Ein knappes halbes Jahr – oder zwei Romane und zwei Kurzgeschichtensammlungen – später empfahl der über unsere Anfrage begeisterte Schriftsteller seine Short Story «Bank of America» zum Abdruck im MONAT. Ab S. 24 erfahren Sie deshalb, wie «kreativ» die amerikanische Middle Class mit ihrem rasanten Abstieg umgeht – und dass der Typus «krimineller Kleinbürger mit nachvollziehbaren Motiven», alias Walter White, ein literarisches Vorbild in Kalifornien hat.


Zürcher in Basel

Die ETH betreibt Forschung in Basel. Sie teilt sich dort Gebäude mit der Universität Basel, beschriftet ihre Etagen allerdings nach dem Buchstabensystem zuhause in Zürich. Das amüsiert die jungen Wissenschafter sehr, weil sich Besucher immer wieder verirren und in der Cafeteria landen. So auch unsere Redaktorin Olivia Kühni. Das Gespräch mit Bioinformatiker Thomas Thurnherr war dann alles andere als verwirrend – er erklärte wunderbar, was er und sein Team eigentlich tun. Ab S. 57.


«Zombie-Ideen»

Im Zuge des amerikanischen Wahlkampfs beschrieb Moisés Naím in der amerikanischen Zeitschrift «The Atlantic» die Rückkehr von «Zombie-Ideen». Unser redaktioneller Mitarbeiter Florian Oegerli fragte den ehemaligen Handelsminister Venezuelas, ob er seine Grabesrede auch auf den europäischen Kontinent ausdehnen könne. Naím sagte sogleich zu – und sorgte damit für einen Vitalisierungsschub in der Redaktion (ab S. 10).

«Der beste Journalismus ist der,
den man liest, obwohl einen das Thema bis dahin gar nicht interessiert hat.
Beim MONAT passiert mir das ständig.»
Niko Stoifberg, Schriftsteller und Redaktor bei «getAbstract», über den «Schweizer Monat»