Making of 1027

Making of 1027
Thomas Hürlimann, photographiert von Jannis Keil.

BÜRGERTUM ADE!

Seit Jahren planten wir, Thomas Hürlimann zu treffen.Gesundheitszustand und Agenda des Schriftstellers liessen das lang nicht zu, nun gelang es gleich doppelt: Anlässlich der «Eventi letterari» in Ascona nahm sich der wieder genesene Autor an zwei Tagen Zeit für ausgiebige Unterhaltungen, entstanden ist ein grosses Gespräch. Hürlimann geht darin auf Konfrontationskurs mit dem herrschenden Kleinbürgertum, erklärt, was das Bankgeheimnis mit der Sennenmentalität zu tun hat – und welch überraschende künstlerische Ausdrucksform er bereits im Zug der 1950er Jahre pflegte.

 


 

 

Wo bitte geht’s zum Markt?

Kennen Sie die korrekt gerechnete Fiskalquote in der Schweiz? Sie beträgt 48 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Konkret bedeutet dies, dass Herr und Frau Schweizer über die Verwendung der Hälfte des Erwirtschafteten nicht selbst entscheiden – das tun andere für sie: Politiker, Beamte, Bürokraten, zuweilen auch Bürger (an der Urne). Was bedeutet diese Kollektivierung der Privatwirtschaft für unser Leben? Ein Unternehmer, drei Ökonomen, ein Historiker und ein Ordensbruder vermessen für uns das System, das wir aus Gewohnheit freie Marktwirtschaft nennen, obwohl es längst keine mehr ist. Mehr im Dossier

 


 

Thiel late 

12:06 Uhr Redaktor: Andreas: Morgen Produktion. Wann kommt die Kolumne? MfG.

18:45 Uhr Thiel: TV-Termin!

Bis 22:00. Danach. A.

03:30 Uhr Thiel: Muss mich kurz hinlegen. 

04:32 Uhr Thiel: Bin jetzt doch noch ein bisschen wachgeblieben. Anbei.

08:41 Uhr Thiel: Per SMS erreichbar. Nehme noch eine Mütze Schlaf…

09:17 Uhr Redaktor: Musste kürzen. Pointe?

10:23 Uhr Thiel: Sodeli. Anbei.

11:05 Uhr Redaktor: Stark. Danke. Nächste Deadline: früher?

 


 

DIE NEUE MIGRATION

Das europäische Asylsystem (Dublin) wurde in den 1990er Jahren konzipiert, als rund um Europa halbwegs stabile politische Verhältnisse herrschten. Diese Zeiten sind vorbei. Die Immigration aus dem arabischen und afrikanischen Raum hat neue Dimensionen angenommen, auf die Europa nicht vorbereitet ist. Zu den Kriegsflüchtlingen gesellen sich Armutsflüchtlinge und Wohlstandsambitionierte. Gunnar Heinsohn, Andrea Franc und Doug Saunders beschreiben Ursachen und Wirkungen der neuen Wanderungsbewegungen.

 


 

Dreh den Swag auf

In der neuen «Nacht des Monats» schafft es zum ersten (und wohl einzigen) Mal ein Gangsta-Rapper ins Heft: Money Boy beschreibt mit Songs über Champagner, Markenklamotten und die Folgen übermässigen Fast-Food-Verzehrs treffend unseren Redaktorenalltag.