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Machterhalt mit Birgitte

Macht korrumpiert. Und Machterhalt um jeden Preis schreckt das Umfeld ab. Das muss nun auch die bisher vor allem positiv im Rampenlicht stehende «Borgen»-Heldin Birgitte Nyborg erfahren.

In der vierten Staffel der dänischen Erfolgsserie Borgen von Adam Price kommt die bisher mehrheitlich positiv gefeierte Mitte-Politikerin Birgitte Nyborg (Vorsitzende von Die neuen Demokraten, dargestellt von Sidse Babett Knudsen) buchstäblich in die Wechseljahre, begleitet von Schweiss- und Zornausbrüchen sowie von Alkoholeskapaden. Als dänische Aussenministerin wird die frühere Premierministerin mit Ölfunden in Grönland konfrontiert, was zu einem globalen Konflikt zwischen den USA, China und Russland ausartet und was sie dazu bringt, den Umgang mit Umweltschutz neu zu definieren – womit sie die eigene Partei inklusive Anhänger verstört und gegen sich aufbringt. In der Krise sieht sie sich alleine und verlassen von der eigenen Familie. Um einen Befreiungsschlag zu vollziehen, heuert sie als Spin Doctor ausgerechnet Michael Laugesen (Peter Mygind) an, der ihrer Familie zuvor als Chefredaktor einer Boulevardzeitung das Leben schwergemacht hat. Auch wenn einige Schlüsse in «Borgen» unrealistisch rasch gezogen werden, brilliert die Serie auch nach ihrer knapp zehnjährigen Pause mit einer attraktiven Darstellung dänischer Politik, wie sie sich zwischen Parteien, Ministerien und dem Journalismus abspielt. (rg)

Borgen, «Power & Glory», seit 2. Juni 2022 auf Netflix, in dänischer und grönländischer Originalsprache

«Alles wo es sein muss:
Tiefe in den Gedanken.
Höhe im Niveau.»
Mark Schelker, Professor für Ökonomie,
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