Letteratura, Littérature, Literatur

Für Leser, denen die Literatur der Schweiz nahe steht, ist «Viceversa» ein Glücksfall: Chronik, Lesebuch, Porträtsammlung und Bestandesaufnahme in einem. Aus dem Westschweizer Literatur-Almanach «Feuxcroisés» hervorgegangen, erscheint das «Jahrbuch der Literaturen der Schweiz» jetzt in drei Sprachen und ebenso vielen Versionen. Es verfolgt das erklärte Ziel, den literarischen Austausch zu fördern, also deutschsprachigen Lesern die französisch-, italienisch- und romanischsprachigen Autoren näher zu bringen, parallel zu den anderen Ausgaben von «Viceversa», die dasselbe mit den jeweils anderssprachigen Schriftstellern tun. In diesen anderen Versionen– und im Internet auf www.culturactif.ch – sind die Porträts von und Interviews mit Deutschschweizer Autoren zu finden. Die Sprache Europas ist die Übersetzung: das gilt auch und seit je für die Schweiz. Darum ist in «Viceversa 1» ein Kapitel dem Übersetzen gewidmet. Hier kommt zum Beispiel Gerda Scheffel zu Wort, die Übersetzerin eines berühmten «französischen» Autors, Robert Pinget. Auch zum Thema Literaturlesungen und Hörtexte oder zu den jungen Lyrikern des Tessins enthält dieses Buch vertiefte Beiträge. Dankbar ist man für den Überblick über das literarische Leben des vergangenen Jahrs. Er beweist den Reichtum der Literaturen der Schweiz und erlaubt, mit Wehmut, das Versäumte wenigstens teilweise nachzuholen.

vorgestellt von Gérald Froidevaux, Basel

Service de Presse Suisse (Hrsg). «Viceversa Literatur 1. Jahrbuch der Literaturen der Schweiz». Zürich: Limmat Verlag, 2007. (Die französische bzw. italienische Ausgabe erscheint bei Editions d’En bas, Lausanne, bzw. Edizioni Casagrande, Bellinzona.)

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Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
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