Keine Revolution

Social Media sind mächtig. Sie können einen Mainstream schaffen und Massen mobilisieren, die Regimes stürzen und Gesellschaften verändern. Liest man. Aber so einfach ist es nicht. Denn Social Media können nicht bieten, was sozialen Wandel voraussetzt.

Keine Revolution
Diesen Essay habe ich vor der in Tunesien beginnenden Welle von Aufständen geschrieben. Ich wurde oft gefragt, ob mich jene Ereignisse dazu gebracht hätten, die Argumentation zu überdenken. Meine Antwort: nein. Sicherlich haben viele Protestierende in den betroffenen Ländern – vor allem in Ägypten – für die Organisation ihrer Demonstrationen Facebook und Twitter gebraucht, genauso wie Aktivisten aller Zeiten und Orte immer schon neuste Kommunikationstechnologie benutzten. Die Revolutionäre im Frankreich des 18. Jahrhunderts haben das damals radikale Medium des Pamphlets eingesetzt. Die Bürgerrechtsbewegung in den USA in den 1960er Jahren gebrauchte das Fernsehen, so wie es vor ihr noch keine Protestbewegung getan hatte. Und die islamistischen Revolutionäre in den späten 1970er Jahren brachten Khomeinis Sermon via Tonbandkassetten unters Volk.

Es ist nun das eine zu sagen, Aktivisten würden bestimmte Kommunikationstechnologien benutzen – und etwas völlig anderes zu sagen, Technologie spiele die ultimative Rolle für den Erfolg einer Bewegung. Dieser Aufsatz fragt nach den wesentlichen Eigenschaften eines erfolgreichen Aufstandes, und ich glaube nicht, dass – wenn wir hinter die oberflächlichen Unterschiede von Kommunikationsmitteln schauen – sich die Antwort durch die Geschehnisse in Nordafrika und im Nahen Osten verändert hat.

Protest 1.0

Um vier Uhr dreissig, am Montagnachmittag des 1. Februar 1960, setzten sich vier Universitätsstudenten an die Theke des Woolworth-Imbisslokals im Zentrum von Greensboro, North Carolina. Sie waren Studienanfänger am North Carolina A. & T., einem schwarzen College, das eine Meile entfernt lag. «Ich hätte gern eine Tasse Kaffee», sagte einer der vier, Ezell Blair, zur Kellnerin. «Wir bedienen hier keine Neger», lautete ihre Antwort.

Die Woolworth-Imbisstheke war eine lange L-förmige Bar, mit Platz für 66 Gäste und einer Stehbar für Snacks. Die Sitze: reserviert für Weisse. Die Snackbar: für Schwarze. Eine andere Angestellte, schwarz, näherte sich den Studenten und versuchte, sie zu warnen. «Euer Verhalten ist blöde und ignorant!», sagte sie. Die Studenten jedoch bewegten sich nicht. Gegen fünf Uhr dreissig wurden die Vordertüren des Ladens geschlossen. Die vier bewegten sich noch immer nicht. Letztlich verliessen sie das Gebäude durch eine Seitentüre. Draussen hatte sich eine kleine Menge versammelt, inklusive eines Photographen des Greensboro Record, der Lokalzeitung. «Ich werde morgen zurück sein – mit dem A. & T. College», sagte einer der Studenten.

Bis zum nächsten Morgen war der Protest auf 27 Männer und 4 Frauen angestiegen, die meisten davon kamen aus dem gleichen Studentenwohnheim wie die ursprünglichen vier. Die Männer trugen Anzug und Krawatte, brachten ihre Schulaufgaben mit und studierten sitzend an der Theke. Am Mittwoch beteiligten sich Studenten von Greensboros «Neger»-Sekundarschule, Dudley High, und die Anzahl der Protestierenden schwoll auf nunmehr 80 an. Donnerstags zählten die Protestierenden 300 Personen, inklusive 3 weisser Frauen des Greensboro Campus der University of North Carolina. Samstags beteiligten sich am Sitzstreik ganze 600 Menschen: die Leute standen bis zur Strasse. Weisse Teenager schwenkten die Flagge der Konföderation, einige warfen Feuerwerkskörper. Mittags kam die Footballmannschaft des A. & T. «Hier kommt der Schlägertrupp», rief ein weisser Student.

Am darauffolgenden Montag hatte sich der Sitzstreik nach Winston Salem ausgebreitet, 26 Meilen entfernt, und nach Durham, 50 Meilen entfernt. Am Folgetag beteiligten sich die Studenten des Fayetteville State Teachers College und des Johnson C. Smith College in Charlotte, am Mittwoch kamen Studenten des St. Augustine’s College und der Shaw University in Raleigh hinzu. Am Donnerstag überquerte der Protest die Staatsgrenzen nach Hampton und Portsmouth, Virginia, nach Rock Hill, South Carolina, und nach Chattanooga, Tennessee. Ende des Monats gab es im gesamten Süden der USA Sitzstreiks, westlich bis nach Texas.

«Ich fragte jeden Studenten, den ich traf, wie der erste Tag des Sitzstreiks auf ihrem Campus war», schrieb der Politikwissenschafter Michael Walzer in seinem Buch Dissent. «Die Antwort war stets dieselbe: ‹Es war wie ein Fieber. Alle wollten gehen.› » Letztlich nahmen etwa 70’000 Studenten teil. Einige Tausende wurden verhaftet und weitere Tausende, von denen man in der Öffentlichkeit nichts mitbekam, durch das Vorgehen der Behörden radikalisiert. Die hier skizzierten Ereignisse aus den frühen 1960er Jahren weiteten sich zum Bürgerrechtskrieg, der den Süden der USA für den Rest des Jahrzehnts absorbieren sollte – und das ganz ohne E-Mail, SMS, Facebook oder Twitter.

Die grosse Hoffnung

Die Welt, so wird uns erzählt, befinde sich mitten in einer Revolution: die neuen Instrumente von Social Media hätten den sozialen Aktivismus neu erfunden, mit Face-book, Twitter und ähnlichem seien die traditionellen Beziehungen zwischen politischer Autorität und Volkswillen auf den Kopf gestellt worden. Es sei nun für die Machtlosen einfacher, zu kollaborieren, sich zu koordinieren und ihrem Unmut eine Stimme zu verleihen. Als im Frühling 2009 Zehntausende von Protestlern die Strassen in der Republik Moldova übernahmen, um gegen die kommunistische Regierung zu protestieren, wurde die Aktion als «Twitter-Revolution» bezeichnet. Einige Monate später, als der Protest der Studenten Teheran erschütterte, unternahm das amerikanische Aussenministerium bereits einen ungewöhnlichen Schritt und bat Twitter, eine geplante Wartung der Website aufzuschieben. Die Regierung wollte verhindern, dass ein vermeintlich so entscheidendes Organisationsinstrument während den sich zuspitzenden Demonstrationen unzugänglich war. «Ohne Twitter hätten sich die Leute im Iran nicht mächtig und selbstsicher genug gefühlt, um für Freiheit und Demokratie einzustehen», schrieb Mark Pfeifler, ein ehemaliger Staatssicherheitsberater später, wobei er dazu aufrief, Twitter für den Friedensnobelpreis zu nominieren. Während Aktivisten einst durch ihre Motive charakterisiert wurden, werden sie nun durch ihre Instrumente definiert: Facebook-Krieger gehen ins Netz, um auf Veränderung zu drängen. «Ihr seid die grösste Hoffnung für uns alle», kokettierte James K. Glassman, ein ehemaliger höherer Beamter des Aussenministeriums, mit einer Gruppe von Cyberaktivisten an einer Konferenz, die von Facebook, AT & T, Howcast, MTV und Google gesponsert wurde. Seiten wie Facebook, sagte Glassman, «geben den USA einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Terroristen. Vor einiger Zeit sagte ich noch, dass Al Kaida uns im Internet die ‹Butter vom Brot› nimmt. Das ist nun nicht mehr der Fall. Al Kaida ist im Web 1.0 steckengeblieben. Das Internet jedoch dreht sich heute um Interaktivität und Austausch.»

Das sind starke und zugleich rätselhafte Behauptungen. Warum spielt es eine Rolle, wer online wessen Butter vom Brot nimmt? Sind Leute, die sich bei Facebook einloggen, tatsächlich die grösste Hoffnung für uns alle? Für Moldovas sogenannte Twitter-Revolution machte Evgeny Morosov, ein Akademiker der Stanford University und einer der beharrlichsten Kritiker der digitalen Evangelisten, klar, dass Twitter kaum Bedeutung zukommen könne in einem Land wie Moldova, wo tatsächlich nur sehr wenige Twitter-Konten existierten. Es schien auch keine echte Revolution gewesen zu sein, nicht zuletzt weil die Proteste – wie Anne Applebaum in der Washington Post suggerierte – ein von der Regierung hochgespieltes Schauspiel gewesen sein könnten. (In einem Land, das paranoid vor lauter rumänischem Revanchismus ist, hissten die Protestierenden immerhin eine rumänische Flagge auf dem Parlamentsgebäude.) Zum Zeitpunkt der Vorfälle im Iran befanden sich fast alle, die über die Demonstrationen twitterten, im Westen. «Es ist Zeit, die Rolle von Twitter bei den Ereignissen im Iran richtigzustellen», schrieb Golnaz Esfandiari letzten Sommer in der Zeitschrift Foreign Policy. «Vereinfacht gesagt: Es gab keine Twitter-Revolution im Iran.» Prominente Blogger wie Andrew Sullivan, der die Rolle von Social Media im Iran verfocht, fuhr Esfandiari fort, hätten die Situation missverstanden. «Westliche Journalisten, die die Leute im Iran nicht erreichten – oder sich nicht die Mühe machten, sie zu erreichen? –, durchsuchten die englischsprachigen Twitter-Einträge mit dem Tag #iranelection. Darum schien sich auch niemand darüber zu wundern, warum die Leute, die die Proteste im Iran zu koordinieren versuchten, in einer völlig anderen Sprache als der iranischen Amtssprache Farsi schrieben.»

Ein Teil dieser ganzen Selbstüberschätzung war zu erwarten. Innovative Menschen neigen dazu, Solipsisten zu sein. Sie wollen oft jede Tatsache und jede Erfahrung in ihr neues Modell hineinpacken. Wie der Historiker Robert Darnton schrieb: «Die Wunder der Kommunikationstechnologie der Gegenwart haben ein falsches Bewusstsein über die Vergangenheit hervorgebracht – mitunter die Wahrnehmung, dass Kommunikation keine Geschichte habe beziehungsweise vor den Tagen des Fernsehens und Internets unerheblich gewesen sei.» Aber hier ist etwas anderes im Gange im übertriebenen Enthusiasmus für Social Media: fünfzig Jahre nach einer der aussergewöhnlichsten Episoden gesellschaftlichen Umbruchs in der amerikanischen Geschichte scheinen wir schlicht vergessen zu haben, was Aktivismus überhaupt ist.

Starke Bindungen fördern Risiken

Zurück in die frühen 1960er Jahre: bei Greensboro handelte es sich um eine Stadt, in der auf Ungehorsam durch Schwarze routinemässig mit Gewalt reagiert wurde. Die vier Studenten, die sich an die Imbisstheke setzten, mussten um ihr Leben fürchten. «Ich vermute, wenn sich jemand hinter mich gestellt und ‹Boo› geschrien hätte, wäre ich wahrscheinlich vom Stuhl gefallen», sagte einer der vier später. Am ersten Tag informierte der örtliche Woolworth-Geschäftsleiter den Polizeichef, der sofort zwei Polizisten zum Ort des Geschehens schickte. Am dritten Tag tauchte erstmals eine Gruppe weisser Halbstarker an der Theke des Imbisslokals auf, stellte sich ostentativ hinter die Protestierenden und murmelte unheilsverheissend Wortkreationen wie «Kraushaar-Neger». Ein lokaler Ku-Klux-Klan-Führer trat ebenfalls in Erscheinung. Am Samstag, als die Spannungen stiegen, gab es gar eine Bombendrohung – der gesamte Laden musste evakuiert werden.

Noch offensichtlicher waren die Gefahren während des Mississippi Freedom Summer Project im Jahr 1964, einer anderen Kampagne der Bürgerrechtsbewegung. Das «gewaltfreie studentische Koordinationskomitee» rekrutierte Hunderte von hauptsächlich weissen, unbezahlten Freiwilligen aus dem Norden, um sogenannte «Freedom Schools» zu betreiben, schwarze Wähler zu registrieren und im tiefsten US-amerikanischen Süden eine Sensibilisierungskampagne für Bürgerrechte zu führen. «Niemand sollte alleine irgendwohin gehen, nach Möglichkeit nicht Auto fahren und erst recht nicht nachts», wurden sie instruiert. Innerhalb weniger Tage nach Ankunft in Mississippi wurden drei Freiwillige – Michael Schwerner, James Chaney und Andrew Goodman – entführt und getötet, während des Sommers wurden ganze 37 schwarze Kirchen angezündet, Dutzende von Unterschlüpfen wurden Opfer von Brandanschlägen; die Freiwilligen wurden geschlagen, auf sie wurde geschossen, sie wurden verhaftet und von mit bewaffneten Männern gefüllten Pickups verfolgt. Ein Viertel der aktiven Bürgerrechtler schied daraufhin eingeschüchtert aus. Aktivismus, der den Status quo herausfordert – der es auf tief verwurzelte Probleme abgesehen hat –, ist nichts für schwache Nerven.

Was macht Menschen zu solchem Aktivismus fähig? Der Stanford-Soziologe Doug McAdam verglich die Ausgeschiedenen des Freedom Summer mit den Teilnehmern, die der Sache treu blieben, und fand heraus, dass der entscheidende Unterschied zwischen beiden Gruppen nicht, wie man vielleicht erwarten würde, ideologische Leidenschaft war. McAdam kam zum Schluss, dass «sich alle Bewerber – die Teilnehmenden und jene, die sich zurückzogen – als hochmotivierte, ausgesprochene Unterstützer der Ziele und Werte des Sommerprogramms entpuppten». Worauf es jedoch ankam, war der Grad der persönlichen Verbindung zur Bürgerrechtsbewegung: sämtliche Teilnehmer hatten eine Liste von persönlichen Kontakten zu hinterlegen – mit Daten von Personen, die über Aktivitäten der Bürgerrechtler benachrichtigt werden wollten. McAdam untersuchte die Listen und stellte fest, dass diejenigen Aktivisten, die der Sache trotz Repressionen treu blieben, engere persönliche Bande zu den Mitaktivisten in Mississippi hatten als jene, die bald angstbedingt ausschieden. Viele der Verharrenden unterhielten gar freundschaftliche Verhältnisse zueinander. Hochriskanter Aktivismus, schloss daraus McAdam, sei ein Phänomen «starker Bindungen».

Dieses Muster ist kein Einzelphänomen. Eine Studie über die Roten Brigaden, der italienischen Terroristengruppe in den 1970er Jahren, stellte fest, dass 70 Prozent der Rekrutierten mindestens einen guten Freund hatten, der sich bereits in den Reihen der Organisation befand. Das gleiche trifft auf die Männer zu, die im Krieg gegen die Sowjetunion zu den Mujaheddin in Afghanistan stiessen. Sogar revolutionäre Aktionen, die zunächst spontan erscheinen, wie die Demonstrationen in Ostdeutschland, die zum Fall der Berliner Mauer führten, sind im Grunde Phänomene, die starke persönliche Bindungen voraussetzen. Die Opposition in Ostdeutschland bestand aus Hunderten von Gruppen, die alle aus rund einem Dutzend Mitglieder bestanden. Jede Gruppe stand in begrenztem Kontakt mit anderen: nur 13 Prozent aller Ostdeutschen besassen nämlich ein Telephon. Sie wussten bloss vom Hörensagen, dass sich Gleichgesinnte montagnachts an der Nikolaikirche in Leipzig versammelten, um ihrem Zorn gegenüber dem Staat eine Plattform zu geben. Der grundlegende bestimmende Faktor war die «kritische Freundschaft» – je mehr Freunde man hatte, die kritisch gegenüber dem Regime waren, desto grösser war die Wahrscheinlichkeit, dass man sich dem Protest tatsächlich anschloss.

Entscheidend für die vier Studienanfänger an der Imbisstheke in Greensboro – David Richmond, Franklin McCain, Ezell Blair und Joseph McNeil – war ebenfalls ihre Beziehung zueinander. McNeil war ein Mitbewohner von Blair im Studentenwohnheim. Richmond wohnte ein Stockwerk höher im gleichen Zimmer wie McCain. Und Blair, Richmond und McCain gingen alle auf die Dudley High School. Die vier schmuggelten jeweils Bier in ihren Schlafsaal und sprachen bis tief in die Nacht in Blairs und McNeils Zimmer miteinander. Es war McNeil, der die Idee eines Sitzstreiks während eines dieser persönlichen Gespräche aufbrachte. Sie diskutierten die Sache beinahe einen Monat lang. Bald darauf kam McNeil unvermittelt in den Schlafsaal und fragte die anderen, ob sie nun bereit seien. Es gab eine Pause, und McCain sagte in einer Art, die nur bei Leuten funktioniert, mit denen man bis spät in die Nacht redet: «Habt ihr die Hosen voll oder nicht?» Ezell Blair nahm am nächsten Tag als erster seinen Mut zusammen und fragte nach einer Tasse Kaffee – weil er von seinem Mitbewohner und zwei guten Freunden aus der Highschool flankiert wurde.

Social Media fördern schwache Bindungen

Die Art von Aktivismus nun, die mit Social Media in Verbindung gebracht wird, funktioniert anders. Die Social-Media-Plattformen sind vornehmlich um schwache Bindungen herum aufgebaut. Twitter ist eine Möglichkeit, die Aktivität von Leuten zu verfolgen (oder sich selbst von anderen verfolgen zu lassen), die man selbst nie getroffen hat. Facebook ist ein Instrument, um auf effiziente Art und Weise Bekanntschaften zu verwalten, um Kontakte mit Menschen aufrechtzuerhalten, mit denen man andernfalls nicht in Verbindung bleiben könnte. Deswegen kann man dort tausende «Freunde» haben, im richtigen Leben aber nicht.

In vielerlei Hinsicht ist das eine wunderbare Sache. Schwache Bindungen haben durchaus ihre Stärken, wie der Soziologe Mark Granovetter beobachtet hat. Unsere Bekannten – nicht unsere Freunde – sind die hier grösste Quelle neuer Ideen und Informationen. Das Internet lässt uns die Macht dieser Art entfernter Verbindungen mit grossartiger Effizienz ausnutzen. Facebook ist grandios in der Verbreitung von Innovation, bei interdisziplinärer Zusammenarbeit, nahtloser Abgleichung von Käufern und Verkäufern sowie in logistischer Funktion in der Welt der Partnersuche. Schwache Bindungen führen jedoch nur sehr selten zu hochriskantem Aktivismus.

Im Buch «The Dragonfly Effect: Quick, Effective, and Powerful Ways to Use Social Media to Drive Social Change» erzählen der Wirtschaftsberater Andy Smith und die Stanford-Business-School-Professorin Jennifer Aaker die Geschichte von Sameer Bhatia, einem jungen Silicon-Valley-Unternehmer, der an akuter myeloischer Leukämie erkrankte. Die Episode ist eine perfekte Illus-tration der Stärken von Social Media: Bhatia benötigte eine Knochenmarktransplanta-tion, aber er konnte keine Übereinstimmung unter seinen Verwandten und Freunden finden. Die Chancen standen für ihn am besten, wenn er einen Spender seiner eigenen Ethnie zu finden vermochte, aber in der nationalen Knochenmarkdatenbank fanden sich nur wenige Südasiaten. Also verschickte Bhatias Geschäftspartner eine E-Mail, in der er dessen Notlage mehr als vierhundert Bekannten erklärte, die die Nachricht wieder-um an ihre persönlichen Bekannten weitersandten; es dauerte nicht lange, und Facebookseiten sowie YouTube-Videos waren der «Help Sameer»-Kampagne gewidmet. Letztlich wurden beinahe 25’000 neue Personen in der Knochenmarkdatenbank registriert: Bhatia fand einen Spender.

Wie brachte also die Kampagne so viele Leute dazu, sich anzumelden? Die Antwort ist einfach: indem nicht zu viel von ihnen verlangt wurde. Dies ist der einzige Weg, um jemanden, den man nicht wirklich kennt, dazu zu bringen, etwas für einen zu tun. Man kann Tausende von Leuten dazu bringen, sich als Spender registrieren zu lassen, weil das Prozedere ziemlich einfach ist. Man braucht bloss einen Wangenabstrich einzusenden und im höchst unwahrscheinlichen Fall, dass das eigene Knochenmark für jemanden in Not passt, ein paar Stunden im Spital zu verbringen. Knochenmarkspenden sind keine triviale Sache, aber sie sind nicht mit finanziellen oder persönlichen Risiken verbunden; sie bedeuten für den Spender nicht, einen ganzen Sommer damit verbringen zu müssen, von bewaffneten Männern in Pickups gejagt zu werden. Das Spenden von Knochenmark erfordert nicht, dass man sozial fest verwurzelten Normen und Gepflogenheiten entgegentritt. Tatsächlich ist die Knochenmarkspende eine Verpflichtung, die einem nur soziale Anerkennung und Lob bringt.

Die Evangelisten von Social Media verstehen diese Unterscheidung nicht; sie scheinen zu glauben, dass eine Facebookfreundschaft das gleiche ist wie eine echte Freundschaft. Sie scheinen oftmals ebenfalls anzunehmen, dass es die gleiche Art von Aktivismus sei, sich heute für ein Spendenregister im Silicon Valley anzumelden, wie sich an eine rassentrennende Imbisstheke im Greensboro des Jahres 1960 zu setzen. «Soziale Netzwerke sind besonders effizient, um die Motivation zu erhöhen», schreiben Aaker und Smith. Das, so glaube ich, stimmt nicht. Soziale Netzwerke sind effizient darin, die Partizipation zu erhöhen – indem sie den Motivationsgrad verringern, den die Partizipation benötigt. Die Facebookseite für die «Save Darfur Coali-tion» hatte 1’282’339 Mitglieder, die durchschnittlich neun Cents pro Kopf gespendet haben. Die nächstgrössere Darfur-Wohltätigkeitsseite auf Facebook hatte 22’073 Mitglieder, die durchschnittlich 35 Cents gespendet haben. «Help Save Darfur» hatte 2797 Mitglieder, die durchschnittlich 15 Cents gespendet haben. Eine Sprecherin der «Save Darfur Coalition» erzählte der Zeitschrift Newsweek: «Wir würden die Wertschätzung der Verteidigungsbewegung von jemandem nicht daran messen, wie viel er oder sie gespendet hat. Es ist ein kraftvoller Mechanismus, die kritische Bevölkerung zu beteiligen. Die Leute informieren ihre Gemeinschaft, besuchen Veranstaltungen, leisten Freiwilligenarbeit. Es ist nicht etwas, das man mit einem Blick auf das Kontenblatt messen kann.» In anderen Worten: Facebook-Aktivismus hat Erfolg nicht durch die Motivation von Leuten, echte Opfer zu bringen. Er ist aber erfolgreich darin, sie zu motivieren, jene Sachen zu tun, die Leute tun, wenn sie nicht genügend motiviert sind, um echte Opfer zu bringen. Wir sind also ziemlich weit von der Imbisstheke in Greensboro entfernt.

Sozialer Wandel basiert auf Disziplin

Die Studenten, die sich den Sitzstreiks im Winter 1960 anschlossen, beschrieben die Bewegung als «Fieber». Doch die Bürgerrechtsbewegung war eher eine Militärkampagne als eine Ansteckungskrankheit. In den späten 1950er Jahren gab es 16 Sitzstreiks in verschiedenen Städten im Süden der USA, 15 davon wurden formell durch Bürgerrechtsorganisationen wie die National Association for the Advancement of Colored People (N.A.A.C.P.) und den Congress of Racial Equality (CORE) organisiert. Zunächst wurden mögliche Schauplätze ausgekundschaftet, Pläne entworfen. Die Aktivisten der Bewegung hielten Schulungen und Klausurtagungen für Möchtegernprotestierende. Die vier von Greensboro waren ein Produkt dieser Vorarbeit: sie alle waren Mitglieder des Jugendrats der N.A.A.C.P., hatten enge Verbindungen zum Chef des lokalen N.A.A.C.P.-Ablegers. Sie wurden in einer früheren Welle von Sitzstreiks in Durham instruiert, und sie waren Teil einer Reihe von Treffen der Bewegung in Aktivistenkirchen. Als die Sitzstreikbewegung sich von Greensboro in den ganzen Süden verbreitete, dehnte sie sich nicht willkürlich aus. Sie erreichte jene Städte, die bereits bestehende «Bewegungszentren» hatten – einen Kern also von eingeschworenen und trainierten Aktivisten, bereit dazu, das «Fieber» zu übertragen.

Die Bürgerrechtsbewegung war ein hoch-riskantes Unterfangen. Sie war auch, in ausschlaggebendem Masse, strategischer Aktivismus: die Herausforderung für das Establishment stieg mit Präzision und Disziplin. Die N.A.A.C.P. war eine von New York aus geführte, zentralisierte Organisa-tion, die nach höchst formalisierten Abläufen funktionierte. An der Southern Chris-tian Leadership Conference war Martin Luther King, Jr. die unbestrittene Autorität. Im Zentrum der Bewegung stand die schwarze Kirche, die, wie Aldon D. Morris 1984 in seiner grossartigen Studie «The Origins of the Civil Rights Movement» herausstrich, eine sorgfältig umschriebene Arbeitsteilung mit diversen ständigen Kommissionen und disziplinierten Gruppen hatte. «Jede Gruppe war aufgabenorientiert und koordinierte ihre Aktivitäten mit Hilfe von Autorität», schreibt Morris. «Individuen wurden für ihre ihnen zugeteilten Pflichten zur Rechenschaft gezogen, und wichtige Konflikte wurden durch den Minister gelöst, der normalerweise letztinstanzliche Autorität über die Kongregation ausübte.»

Das ist eine zweite ausschlaggebende Unterscheidung zwischen traditionellem Aktivismus und seiner Onlinevariante: Social-Media-Plattformen sind keine hierarchischen Organisationen. Facebook und dergleichen sind Instrumente, um Netzwerke zu bilden, die in ihrer Struktur und Eigenschaft das Gegenteil von Hierarchien sind. Anders als Hierarchien mit ihren Regeln und Abläufen sind Netzwerke nicht durch eine einzige zentrale Autorität kontrolliert: Entscheidungen werden durch Konsens gefällt, und die Bindungen sind lose. Diese Struktur macht Netzwerke enorm belast- und anpassbar in Situationen mit tiefem Risiko. Wikipedia ist diesbezüglich ein perfektes Beispiel. Es hat keinen in Zürich sitzenden Redaktor, der die Themeneinträge lenkt und korrigiert. Der Aufwand für deren Erstellung ist selbstorganisiert. Wenn ein Eintrag morgen gelöscht würde, wäre der Inhalt schnell wiederhergestellt – wo sich Tausende im Eigeninteresse beteiligen, besteht für den einzelnen kein grosser Aufwand.

Es gibt jedoch viele Kategorien, in denen Netzwerke sich als untauglich erweisen. Autofirmen benutzen vernünftigerweise ein Netzwerk, um Hunderte von Zulieferern zu organisieren – aber sicher nicht, um das Design ihrer Autos zu entwerfen. Niemand glaubt, dass die Artikulation einer kohärenten Designphilosophie am besten durch ein ausgedehntes, führungsloses Organisationssystem bewältigt wird. Weil Netzwerke keine zentralisierte Führungsstruktur und keine klaren Linien von Autorität besitzen, haben sie echte Schwierigkeiten, Konsens herzustellen und Ziele zu setzen. Sie können nicht strategisch denken; sie sind chronisch anfällig für Konflikte und Fehler. Wie trifft man die schwierige Auswahl über Taktik, Strategie oder ideologische Richtung, wenn alle die gleiche Stimme haben?

Die Palästinensische Befreiungsbewegung entstand als Netzwerk, und Mette Eils-trup-Sangiovanni und Calvert Jones, zwei Wissenschafter im Bereich Internationale Beziehungen, argumentieren in einem Essay in der Fachzeitschrift International Security, dass dies der Grund sei, warum die Bewegung in Schwierigkeiten geriet, als sie wuchs: «Die typischen strukturellen Besonderheiten von Netzwerken – die Abwesenheit einer zentralen Autorität, die ungehemmte Autonomie rivalisierender Gruppen und das Unvermögen, Streit durch formale Mechanismen zu schlichten – machten die P.L.O. übermässig verletzlich für Manipulation von aussen und daraus resultierenden internen Unfrieden.»

In Deutschland in den 1970er Jahren, fahren sie fort, «neigten die weitaus stärker geeinten und erfolgreichen linken Terroristen dazu, sich hierarchisch zu organisieren, mit professioneller Führung und klarer Arbeitsteilung. Sie waren geographisch konzentriert an Universitäten, wo sie zentrale Führung, Vertrauen und Genossenschaft durch regelmässige persönliche Treffen etablieren konnten.» Sie verrieten ihre Kampfgenossen selten während Verhören durch die Polizei. Ihre Pendants auf der Rechten waren hingegen in dezentralisierten Netzwerken organisiert und hatten keine solche Disziplin. Rechte Gruppen wurden regelmässig infiltriert, wobei ihre Mitglieder, wenn sie verhaftet wurden, ihre Kameraden ohne Umstände preisgaben. In gleicher Weise war Al Kaida am gefährlichsten, als die Organisation noch eine effektive Hierarchie hatte. Nun, da sie sich in Netzwerke aufgelöst hat, erweist sie sich als weitaus weniger effizient.

Die aufgezählten Nachteile sind kaum von Bedeutung, wenn das Netzwerk nicht an systemischem Wandel interessiert ist – wenn es also etwa nur verängstigen, demütigen und Furore machen will – oder nicht strategisch denken muss. Aber sobald es sich mit einem mächtigen und organisierten Establishment anlegt, muss es eine Hierarchie haben. Der Busboykott in Montgomery benötigte die Partizipation von Zehntausenden von Menschen, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen waren. Er dauerte ein ganzes Jahr. Um diese Leute zu überzeugen, der Sache treu zu bleiben, beauftragten die Organisatoren alle lokalen schwarzen Kirchen, um die Kampfmoral zu stärken, und sie stellten für eine alternative private Fahrdienstgemeinschaft ein System mit 48 Fahrdienstleitern und 42 Auflesestationen auf die Beine. Sogar der White Citizen Council, sagte King, habe eingestanden, dass die Fahrdienstgemeinschaft mit «militärischer Präzision» funktioniert habe. Als King für den sich zuspitzenden Showdown mit Polizeikommissar Eugene («Bull») Connor nach Birmingham kam, hatte er ein Budget von einer Million Dollar und 100 Vollzeitmitarbeiter vor Ort, die in operative Einheiten eingeteilt waren. Die Unterstützung wurde durch konsekutive Massenveranstaltungen aufrechterhalten, die von einer Kirche zur anderen rotierten.

Boykott, Sitzstreik, gewaltfreie Konfrontation – die ausgewählten Waffen der Bürgerrechtsbewegung – sind hochriskante Strategien. Sie lassen wenig Raum für Konflikte und Fehler. Der Moment, in dem auch nur ein einziger Protestierender vom Skript abweicht und auf eine Provokation reagiert, kompromittiert die moralische Legitimität der gesamten Bewegung. Enthusiasten von Social Media lassen uns glauben, dass Kings Aufgabe in Birmingham unendlich leichter gewesen wäre, wenn er mit seinen Anhängern über Facebook kommunizieren und mit Tweets aus dem Gefängnis von Birmingham hätte kämpfen können. Aber Netzwerke sind chaotisch: denken wir nur an die endlosen Muster von Korrekturen und Revisionen, Ergänzungen und Debatten, die Wikipedia charakterisieren. Wenn Martin Luther King, Jr. versucht hätte, in Montgomery einen Wiki-Boykott durchzuführen, wäre er durch die weisse Machtstruktur niedergewalzt worden. Und welchen Nutzen hätte digitale Kommunikation in einer Stadt, in der 98 Prozent der schwarzen Gemeinschaft jeden Sonntagmorgen in der Kirche erreicht werden konnten? Die Dinge, die King in Birmingham brauchte – Disziplin und Strategie – waren Dinge, die Social Media online bis heute nicht leisten können.

Social Media sind kein Feind des Status quo

Die Bibel der Social-Media-Bewegung ist Clay Shirkys «Here Comes Everybody». Shirky, der an der New York University lehrt, macht sich daran, die Organisationsmacht des Internets zu demonstrieren. Er beginnt mit der Geschichte von Evan, der an der Wall Street arbeitete, und seiner Freundin Ivanna, die ihr Smart Phone, ein teures Sidekick, auf dem Rücksitz eines Taxis in New York liegen liess. Die Telephongesellschaft übertrug die Daten von Ivannas verlorenem Handy auf ein neues Telephon, worauf sie und Evan herausfanden, dass das Sidekick nun in den Händen einer Jugendlichen aus Queens gelandet war, die das Gerät dazu nutzte, Photos von ihr und ihren Freunden zu machen.

Als Evan der Jugendlichen, Sasha, eine E-Mail sandte, um nach dem Telephon zu fragen, antwortete sie, dass sein «weisser Arsch» es nicht verdiene, das Telephon zurückzubekommen. Angefressen von der Sache, kreierte Evan eine Website mit einem Bild von Sasha und der Erklärung, was passiert war. Er leitete den Link seinen Freunden weiter, und diese leiteten ihn ihren Freunden weiter. Jemand fand die MySpace-Seite von Sashas Freund, und ein Link zur Seite fand seinen Weg auf die Website. Daraufhin entdeckte gar jemand ihre Adresse im Netz – und nahm kurzerhand während der Vorbeifahrt ein Video ihres Zuhauses auf. Und natürlich: Evan schaltete das Video auf seine Webseite. Die Geschichte wurde kurz darauf vom News-Filter Digg aufgegriffen. Evan erhielt von da an zehn E-Mails pro Minute. Er schuf deswegen eine Pinnwand für seine Leser, um dort ihre Geschichten zu teilen – diese brach unter dem Gewicht von Antworten zusammen. Evan und Ivanna gingen übrigens auch zur Polizei, aber die Polizei legte den Fall unter «verloren» anstatt «gestohlen» ab, was den Fall eigentlich hätte beenden sollen. «Zu diesem Zeitpunkt verfolgten aber schon Millionen von Lesern die Geschichte», schreibt Shirky, «und Dutzende von Mainstream- Newsablegern deckten die Geschichte ab.» Sich daraufhin dem Druck beugend, reklassifizierte die N.Y.P.D. den Gegenstand als «gestohlen». Sasha wurde verhaftet, und Evan bekam das Sidekick seiner Freundin zurück.

Shirkys Argument ist nun, dass diese Art von Vorkommnis niemals in der Vorzeit des Internets hätte stattfinden können – und damit liegt er richtig. Evan hätte Sasha niemals ausfindig gemacht. Die Geschichte des Sidekicks wäre niemals öffentlich geworden. Eine Armee von Leuten hätte niemals zusammengestellt werden können, um in diesen Kampf zu ziehen. Die Polizei hätte dem Druck einer einzelnen Person, die eine so triviale Sache wie ein Mobiltelephon verlegt hatte, nicht nachgegeben. Die Geschichte illustriert, gemäss Shirky, im Zeitalter des Internets «die Leichtigkeit und Geschwindigkeit, mit der eine Gruppe für den richtigen Anlass mobilisiert werden kann».

Shirky betrachtet dieses Modell von Aktivismus als eine Verbesserung. Aber es ist lediglich eine Form von Organisation, die uns Zugang zu Informationen über starke Bindungen gibt, die uns helfen, im Angesicht der Gefahr durchzuhalten. Sie verschiebt unsere Energie weg von Organisationen, die strategischen und disziplinierten Aktivismus fördern, hin zu jenen, die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit fördern. Sie macht es einfacher für Aktivisten, sich zu äussern, und schwieriger für diese Ausdruckformen, einen Einfluss zu haben. Die Instrumente von Social Media sind dazu geeignet, die bestehende soziale Ordnung effizienter zu gestalten. Sie sind aber kein natürlicher Feind des Status quo. Wenn Sie also der Meinung sind, dass die Welt nur ein bisschen an den Ecken poliert werden muss, sollte Sie dies nicht beunruhigen. Aber wenn Sie denken, dass es da draussen immer noch Imbisstheken gibt, denen ein wenig Integration nicht schaden kann, sieht die Sache anders aus.

Shirky beendet die Geschichte des verlorenen Sidekicks mit der unheilsverkündenden Frage: «Was passiert als nächstes?», wobei er keinen Zweifel an zukünftigen Wellen von digitalen Protestierenden hat. Dabei hat er die Frage bereits beantwortet: es passiert mehr vom Gleichen! Eine vernetzte, von schwachen Bindungen beherrschte Welt ist bloss gut darin, Wall Streetern ihre verlorenen Smart Phones zurückzubringen. Viva la revolución.

«Jeden Monat frische Denküberraschungen! Eine gehaltvolle und elegant gestaltete Zeitschrift.»
Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
über den «Schweizer Monat»