Kapitalismus und Altruismus

Den anderen dienen – warum wir mehr echten Kapitalismus brauchen!

Der Kapitalismus muss nicht ethisch gezähmt oder gar überwunden werden. Er ist eine zutiefst soziale, menschliche Wirtschafts- und Lebensform. Kapitalismus basiert darauf, dass Menschen und Firmen Produkte und Leistungen für andere anbieten und diejenigen erfolgreich sind, die diese Aufgabe für die Mitmenschen nachhaltig, innovativ und effizient erledigen. Dank Kapitalismus haben wir genügend Nahrung, Waschmaschinen, Medikamente und Kontaktlinsen. Er ist in moralischer Hinsicht den anderen Wirtschaftsformen bei weitem überlegen – nicht nur der autoritär-totalitären Staatswirtschaft, sondern auch der gemischten Wirtschaftsform. Er verwirklicht das Prinzip der Entscheidungshoheit der Konsumenten am besten.
Kapitalismus bedeutet Privateigentum. Die Produktionsmittel werden im kapitalistischen System von Privaten gehalten, während in einer Staatswirtschaft die Kontrolle und das Eigentum an materiellen Gütern und Produktionsmitteln beim Staat und seinen Organen liegen. Kapitalismus erlaubt und fördert die Freiheit des einzelnen und altruistisches Handeln zugunsten von anderen. Verschiedene Anbieter kämpfen in der Marktwirtschaft um die Gunst der Konsumenten und verbessern dabei ständig ihre Produkte und Leistungen. Der Kreis der Anbieter ist offen und kann jederzeit erweitert werden, falls die bestehenden Anbieter bequem werden oder sich mittels Absprachen über die Interessen der Konsumenten hinwegsetzen.

 

Freiheit und Eigentum

Im Kapitalismus ist der einzelne berechtigt und aufgefordert, Neues zu entdecken und zu entwickeln, das Herkömmliche zu überwinden. Erlaubt und belohnt werden Kreativität sowie die
Suche nach dem Praktischeren, Günstigeren, Schöneren. Nicht Konformismus und Anpassung an Bestehendes sind gefragt, sondern der Mut und die Weitsicht, eigene und unkonventionelle Wege zu gehen.

Leuchtpunkt aller Aktivitäten sind die Interessen der Konsumenten. Diese sind so verschieden und vielfältig wie die Menschen selbst. Genau darum werden im Markt derart viele unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen angeboten. Weil die Geschmäcker verschieden sind, kommen im Kapitalismus Dutzende von Käsesorten oder Nudelarten ins Regal, nicht nur eine.

 

Demokratie pur

Der Kapitalismus ist höchst demokratisch. Die Konsumenten entscheiden jeden Tag unzählige Male mit dem Portemonnaie. Diese Entscheide der Abnehmer dirigieren die Aktivitäten der Anbieter. Auch wenn die Anbieter in privater Hand sind, ist ihre Macht begrenzt. Unternehmen werden von den Konsumenten wirksam und zeitnah kontrolliert. Im Unterschied zum politischen Demokratieprozess gibt es im Kapitalismus bei den Entscheiden nicht nur Schwarz und Weiss. Die Kunden können blaue, rote, grüne, violette, rosarote, graue, gelbe, hellorange, dünne, dicke, lange und kurze Socken kaufen. Alle Interessen werden berücksichtigt. Die Marktwirtschaft dient nicht nur der Mehrheit, sondern in ihr werden auch die ausgefallenen Wünsche der Minderheiten befriedigt.

Moralisch am Kapitalismus ist, dass er nicht nur die Ideen von Freiheit und Individualismus verwirklicht, sondern auch jene des Altruismus. Nicht Egoismus ist gefragt, sondern Dienen. Darum heisst es: der Kunde ist König. Belohnt werden diejenigen, die dieses Prinzip umsetzen – zugunsten der Gäste, der Kunden, der Mitmenschen. Das ist das Geheimnis des Erfolgs.

In den Worten Ludwig von Mises zur Marktwirtschaft: «Die Handlungen von jedem zielen auf die Befriedigung der Bedürfnisse anderer Personen wie auch auf die Befriedigung der eigenen. Jeder dient seinem Mitbürger. Jedem wird andererseits von seinen Mitbürgern gedient.»

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»