Journalisten und Politik

Oder: Warum objektive Berichterstattung ein Mythos ist

«Die No-Billag-Initiative zeigt, dass die Beziehung von Journalisten zur Politik viel Diskussionsstoff liefert. Es ist Zeit, diese Debatte zu führen.» Marina Masoni, Präsidentin des Stiftungsrates, Stiftung für Meinungsfreiheit und Medienvielfalt


 

«Wir sind ein politisches Projekt», sagte Susan Boos, die Chefredaktorin der privat finanzierten Wochenzeitung WOZ, kürzlich in der SRF-Sendung «Medienclub». Interessanterweise wagt es kaum ein anderer Verlag und kaum ein anderes Medium, eine solche Aussage zu tätigen. Die Angst vor einer Abstrafung der Leser ist gross, und oft ist auch die politische Ausrichtung einer Zeitung mehr unklar als klar. Klar jedoch ist, dass Journalisten keine Gottwesen sind, die die Welt «objektiv» sehen können, sondern individuelle Subjekte wie alle anderen Menschen auch: mit Meinungen, Haltungen, einer sozialen Prägung und einer Geschichte. Das gilt für Mitarbeiter des «Schweizer Monats» so sehr wie für Mitarbeiter der SRG. Wichtig bei der Betrachtung und Beurteilung von Journalisten ist einzig, dass sie nur so lange Journalisten bleiben können, wie sie in der Lage sind, frei zu denken und frei zu publizieren. Wenn sie zu plumpen Sprachrohren verkommen, wendet sich das Publikum von ihnen ab. Denn: von denen gibt es schon genug.

Die am 4. März 2018 anstehende No-Billag-Initiative wird vielleicht deshalb bereits jetzt so intensiv diskutiert. Unser Dossier zum Thema «Journalisten und Politik» liefert auch dazu wichtige Beiträge. Zuerst erfahren Sie aber mehr über die Psychologie des Journalisten, den Wert privater Medien, die Auswirkungen von Medien auf  Konsumenten und Wähler und die Beziehungen zwischen Journalisten, Politikern und Wirtschaftsführern.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Die Redaktion


Weitere Texte in unserem Dossier:

Die Medienvielfalt abseits der SRG
von Peter Hartmeier

Elitäre Netzwerke
von Uwe Krüger

Zur Psychopathologie im Journalismus
von Ruth Enzler Denzler & Peter Schuler

In der Trump-Falle
von Tobias Thomas

Spiel mit dem Feuer
von Nina Fargahi

Keine Panik!
von Ronnie Grob

Die Mephisto-Initiative
von Christian P. Hoffmann

Einigkeit statt Quotenjagd
von Gilles Marchand

Wie viel SRG braucht die Schweiz?
von Silvan Amberg

Der Leuchtturm
von Edith Gassler


 

 

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
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