In dieser Ausgabe

Editorial

Dossier

(1) «Hallo, hier sind wir!»

Die Schweizer wissen nicht, was die Deutschen über die Schweiz nicht wissen. Die Konsequenzen sind fatal. Deutschland erhöht den politischen Druck, während sich die Schweiz zunehmend einigelt. Dabei kann der kleine Nachbar nur verlieren. Es ist höchste Zeit für eine mediale Aufklärungsoffensive im grossen Nachbarland.

(2) So nah und doch so fern

Die Schweiz und Deutschland geben ein ziemlich ungleiches Paar ab. So ähnlich die beiden Bundesstaaten auf den ersten Blick erscheinen, so unterschiedlich ist ihr Verständnis von Staat, Konkurrenz und Föderalismus. Das Konfliktpotential ist gross. Dennoch hat die Beziehung Zukunft.

(4) Wehret den Schweizern!

Deutsche Schriftsteller und Intellektuelle begegnen dem Schweizertum mit grösster Skepsis, von deutschen Politikern ganz zu schweigen. Einem Schweizer Gelehrten in Deutschland bleibt deshalb kaum etwas anderes übrig, als die ihm zugedachte Rolle zu übernehmen – die Rolle des putzig-polyglotten Eingeborenen aus dem helvetischen Kultursphärenreservat.

(5) Die Mär vom Steuerstreit

Die Schweiz gilt bei vielen Politikern und Bürgern unseres nördlichen Nachbarn als «Steueroase»: schlaue Gesetze sollen für den Zufluss ausländischer Gesellschaften sorgen und unverdienten Profit garantieren. So will es die Legende. Warum
die deutsche Kritik am helvetischen Steuersystem haltlos ist.

Daniel Borel im Gespräch

Die Computermaus, sagt Logitech-Gründer Daniel Borel, sei wie aus dem Nichts entstanden. Am Anfang war die Gewissheit, an einer Revolution teilzunehmen.
Es folgte eine bewegte Geschichte. Am Ende steht eines der führenden Unternehmen der digitalen Welt. René Scheu traf Daniel Borel in Morges zum Gespräch.

Von der Kunst, den «Grünen Heinrich» zu lesen. Folge 4

Das Glück des Wissens 1853 schrieb Gottfried Keller an einen Freund: «Ich habe gesehen und gestaunt, wie schlecht und unfähig die Produkte anderer Leute gelesen werden.» Trotz dieser pessimistischen Einschätzung Kellers wurden beide Fassungen des «Grünen Heinrichs» offenbar gut und fähig genug gelesen, um inzwischen zur Weltliteratur zu zählen. Von der Kunst, Gottfried Keller zu lesen, handelt auch eine diesjährige Vorlesung am Deutschen Seminar der Universität Zürich. Wie der Zürcher Germanist Karl Wagner im folgenden erläutert, liegt der Reiz des Romans auch darin, dass er die Wissenschaft und deren Vermittlung literarisch verarbeitet und dabei auch für ein Wissen zuständig wird, von dem die Wissenschaft selbst nichts weiss.