In dieser Ausgabe

Editorial

Schweizer Literatur in Kurzkritik VI

Reisen: rund ums Mittelmeer oder in Deutschlands östlichsten Osten; einwärts, nach Amrain oder Bern; oder rückwärts, auf einem Trip durch 100 Jahre globales Shopping. dies und vieles mehr findet sich in 11 Büchern, vorgestellt in der sechsten Folge der Schweizer Literatur in Kurzkritik. Fortsetzung folgt.

Es schreiben:
Christoph Simon über Markus Bundi: «Das Grinsen des Horizonts». Eggingen: Isele, 2007.

Hans-Rüdiger Schwab über Gerhard Meier: «Baur und Bindschädler». Amrainer Tetralogie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2007.

Markus Köhle über Susanna Schwager: «Die Frau des Metzgers». Zürich: Chronos, 2007.

Rüdiger Görner über Christine O’Neill: «Zerrinnerungen. Fritz Senn zu James Joyce». Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung 2007.

Georg Deggerich über Alain Claude Sulzer: Privatstunden. 237 Seiten. Edition Epoca. Zürich 2007. 19,80 Euro.

Jesko Reiling über Stiftung Rudolf von Tavel (Hrsg.): «Uf d Liebi chunnt’s alleini a. Mit Rudolf von Tavel in das 18. Jahrhundert». Mit 40 Fotografien von Jürg Bernhardt und Audio-CD. Muri bei Bern: Cosmos, 2007.

Katrin Hillgruber über Perikles Monioudis: «Land». Zürich: Ammann, 2007.

Klaus Hübner über Michael Guggenheimer: «Görlitz. Schicht um Schicht. Spuren einer Zukunft». Bautzen: Lusatia , zweite Auflage 2005, und Gerald Grosse: «Unterwegs in Görlitz». Mit Texten von Michael Guggenheimer und Andreas Bednarek. Bautzen: Lusatia, 2007.

Beat Mazenauer über Reto Hänny: «Flug». Frankfurt: Suhrkamp 2007.

Markus Bundi über Mara Kempter: «Hin und zurück. Lyrische Texte». Eggingen. Edition Isele 2007.

Ute Kröger über Ernst Pfenninger: «Globus – das Besondere im Alltag. Das Warenhaus als Spiegel der Gesellschaft». Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung. 2007.

Zürich, Spiegelgasse 12

Als Georg Büchner 1837 in Zürich nur 23jährig starb, fanden sich in seinem Nachlass drei unpublizierte Werke: ein abgeschlossenes Manuskript von «Leonce und Lena» sowie Bruchstücke von «Lenz» und die «Woyzeck»-Entwürfe, geschrieben in bis heute nicht an allen Stellen entzifferter Handschrift auf brüchigem, dünnem Gebrauchspapier. Allein diese Entwürfe sind erhalten geblieben. Auch 170 Jahre später ist die wissenschaftliche Aufarbeitung des Nachlasses nicht abgeschlossen und eine kritische und kommentierte Gesamtausgabe aller Zeugnisse Büchners nicht vollendet. 1992 wurde von dem Potsdamer Germanisten Henri Poschmann «Georg Büchner. Sämtliche Werke, Briefe und Dokumente» in zwei Bänden herausgegeben. Seit 2000 erscheint eine auf 10 Bände angelegte historisch-kritische Marburger Büchner-Ausgabe, deren letzter Band 2012 fertiggestellt sein soll. Burghard Dedner, Gesamtherausgeber der Ausgabe, und Gerald Funk, Mitherausgeber des «Woyzeck»-Bandes, berichten im folgenden von der Wirkungs- und Editionsgeschichte des Nachlasses, der als Beginn der modernen europäischen Prosa gilt.

Parkieren. Literatur

Hans Boesch war Schriftsteller und Ingenieur. Und träumte beides zusammen: Natur, Sinnlichkeit und Phantasie wollte er zu einer Einheit mit Abstraktion, menschlicher Logik und Technologie zusammenführen. Aus Anlass der Wiederauflage von Boeschs «Ingenieurstrilogie» drucken wir, nach einer Einführung in sein Werk, eine bisher unveröffentlichte Erzählung aus dem Nachlass.

Dossier

(1) Wille zur Exzellenz

Gespräch mit Hans Weder Will eine Universität sich international behaupten,
muss sie auf Höchstleistungen setzen. Jeder soll studieren können, aber nicht jeder muss automatisch für jedes Masterstudium zugelassen werden. Hans Weder, Rektor der Universität Zürich, wünscht sich mehr Entscheidungsautonomie für die Universitäten – und ein Ende falscher helvetischer Bescheidenheit.

(4) Liberaler Kraftakt

Dem Fortschrittsglauben der liberalen Kräfte in den 1830er Jahren war nichts heilig – alles schien möglich. Aus diesem Geiste wurde 1833 die Universität
Zürich geboren. Die Siege und Niederlagen in den Anfängen der Universität setzen sich bis in die Gegenwart fort.

(8) Optimiere dich!

E-Mail Korrespondenz mit Ulrich Bröckling Der moderne Student versteht sich als Unternehmer seiner selbst. Wer seine Entscheidungen reinem Nutzenkalkül unterwirft, riskiert jedoch, eben diesen Nutzen zu verfehlen. Ein Gedankenaustausch über
das heutige Studentendasein und die Universität als Nische des Andersseins.

Was heisst denn hier Freiheit?

Eine Antwort aus dem Stegreif von Philippe Rey «Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit, und von der Notwendigkeit der Geister, nicht von der Notdurft der Materie will sie ihre Vorschrift empfangen. Jetzt aber herrscht das Bedürfnis und beugt die gesunkene Menschheit unter sein tyrannisches Joch. Der Nutzen ist das grosse Idol der Zeit, dem alle Kräfte fronen und alle Talente huldigen sollen.»
(Friedrich Schiller)