In dieser Ausgabe

Editorial

Dossier

DDR – eine Spurensuche

Versuche einer vorläufigen Bilanz Die DDR gibt es seit 1990 nicht mehr, die Berliner Mauer ist unverzüglich ab-gebrochen worden. Aber die Ostalgie ist selbst bei Leuten, die mit der SED nichts am Hut hatten, keineswegs verschwunden.

Der Staat und die Kinder

Verzicht auf Nachwuchs wird belohnt Der demographische Wandel ist für die Wohlfahrtsstaaten Europas eine Herausforderung von epochaler Dimension. Implizit betreiben sie alle eine aktive Bevölkerungspolitik
– mit Abreizen statt mit Anreizen.

Wege aus der Mehrheitsfalle

Lehren aus der Abstimmung vom 16. Mai Es braucht in der Schweiz ein Umdenken gegenüber dem sozialen Stellenwert
des Gewinns, eine schrittweise Abkehr vom Neid-Paradigma, das unter dem Motto «Soziale Gerechtigkeit» auch die bürgerliche Politik dominiert.

Hochschulstandort Schweiz

Profilierung als Chance und Herausforderung Die Schweiz hat gute Chancen, ihre Hochschulen auch international in den
vordersten Rängen zu positionieren. Allerdings sind hierzu eine neue strategische Ausrichtung und entsprechende Anpassungen notwendig.

33 Jahre Anti-Institution

Eine Privatschule für Kunst in Zürich Die Zürcher F+F Schule für Kunst und Mediendesign wird nicht vom Staat
getragen. Die stete Knappheit der Ressourcen zeitigt durchaus auch
positive Folgen – und man ist stets frei geblieben, neue Wege zu gehen.

Machen es die anderen besser?

Das Schweizer Hochschulsystem im internationalen Vergleich Ein Blick auf die Verhältnisse im Ausland erhellt Eigenheiten und Probleme zuhause: die enorme Viel-
falt der Strukturen etwa, die Schwierigkeiten strategischer Steuerung oder einen Nachholbedarf im Bereich der Evaluation. 

Simulanten

Ein Nachspiel in fünf Szenen Berichten Sie mir täglich, auch wenn nichts vorgefallen
ist; es kann von Wichtigkeit sein zu wissen, dass sich nichts zugetragen hat, dass Erwartungen ausgeblieben sind.

Napoleon im Jahre 1810 an seinen Kabinettssekretär

Ein jüdischer «Candide» im Reich des Bösen

Gedanken zur Lektüre von Imre Kertész’ «Roman eines Schicksallosen» Als ungarischer Jude hat Kertész im Holocaust die Herrschaft des Bösen selbst erfahren.
Da diese Erfahrung den Verlust des Authentischen, der Identität und sogar des Todes in sich birgt, ist sein Schreiben der Versuch, das Böse durch die Banalität zu rekonstruieren, um
so die Existenz des Bösen durch seine Nicht-Existenz sichtbar zu machen.

Kultur

Sie rauchte Zigarren

George Sand zum 200. Geburtstag George Sand, alias Amandine-Aurore-Lucile Baronne Dudevant, lebte freisinnig, liebte leidenschaftlich, schrieb subversiv und erfand den Frauenroman neu. «Niemals käme ein Mann zu solcher Einsicht und wagte sie zu äussern», befand ein zeitgenössischer Kritiker.

Am Pfahl gebunden

Eduard Mörike, entstaubt Runde Geburtstage versprechen Dichtern und Denkern oft neue Aufmerksamkeit.
So auch der 200. Geburtstag Eduard Mörikes. Der Rezensent des folgenden Beitrags bespricht eine Auswahl der Neuerscheinungen. Massstäbe zu setzen weiss nur eine.

L‘homme-collage

Kurt Schwitters, ein Gesamtweltbild Das Museum Tinguely in Basel widmet Kurt Schwitters, dem Erfinder des MERZ, eine Retrospektive, die nach der Beschreibung des folgenden Beitrags so hinreissend sein muss, dass sie jeden Zweifel ausmerzt, man hätte die Zeit auch besser als mit dem Ausstellungsbesuch
verbringen können.