Herbstmesse in Basel, Schweiz, 1960

In Bewegung bleiben

Ein neuer Band zeigt Arbeiten der Fotografin Pia Zanetti.

Seit Jahrzehnten hält die Fotografin Pia Zanetti mit ihren Aufnahmen weniger Momente als vielmehr Bewegungen fest. Bereits als 17-Jährige, 1960, schoss sie ein in dieser Hinsicht wegweisendes Bild tanzender Jugendlicher in Basel, das nun den von Peter Pfrunder herausgegebenen Band «Pia Zanetti. Fotografin» (Scheidegger & Spiess/Fotostiftung Schweiz) eröffnet. Dieser erscheint anlässlich der bis zum 24. Mai zu sehenden gleichnamigen Ausstellung im Fotomuseum Winterthur, wo zahlreiche Aufnahmen zu sehen sind, die in der Schweiz und in Italien sowie auf Reisen durch Vietnam oder Usbekistan entstanden sind. Die Fotoreporterin, die sich früh in einer Männerdomäne behauptete, hielt im Polen des Kalten Krieges Momente und Personen genauso fest wie solche im Südafrika der Apartheid und in den Vereinigten Staaten zu Zeiten der Bürgerrechtsbewegung – in der Rückschau ein Glücksfall, denn «manchmal wird aus einem Auftrag unversehens mehr», wie Zanetti in ihrer vorangestellten Bemerkung festhält. Nun kann dieses «Mehr» endlich im Detail studiert werden. (vsv)

 

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»