Illustriertes Kauderwelsch

Franz Hohlers legendäres «Totemügerli» gibt es nun auch als Graphic Novel.

 

Franz Hohlers «Ds Totemügerli» lebt von der Fantasie. Was sich hinter den pseudoberndeutschen Begriffen wie «uspföderle», «Hotschmägeli» oder «agschnäggelet» verbirgt, wird ganz dem Zuhörer oder der Leserin überlassen. Auch die Protagonisten Schöppelimunggi, Houderebäseler und natürlich das Totemügerli leben von der Vorstellungskraft und sehen daher für jeden anders aus. Das ist es, was die Magie dieser kauderwelschen Kurzgeschichte ausmacht. So dachten wir wenigstens bis jetzt.

Denn nun hat es Patrick Huber gewagt, «Ds Totemügerli» in Form einer Graphic Novel oder eines Bilderbuchs zu erzählen. In 34 Illustrationen verfolgt die unheimliche Gestalt die beiden Freunde Schöppelimunggi und Houderebäseler, und auch das geheimnisvolle Blindeli darf nicht fehlen.

Darf man sich davon ein Bild machen, oder ist das nun ein Sakrileg? Zerstört Huber die Magie der Kurzgeschichte? Nein. Natürlich ist das Furchterregendste meist das, was man nicht sieht, sondern was in der eigenen Vorstellung passiert. Aber gerade weil die Geschichte von der Fantasie lebt, wird sie durch die Illustrationen ganz neu erzählt. Die Kreativität des Illustrators vermischt sich mit der Kreativität des Erzählers und ergänzt diese. Auch Franz Hohler hält die Graphic Novel für eine Bereicherung, wie er im Vorwort schreibt: «Wer die Geschichte kennt, hat sich schon lang ein Bild der Figuren gemacht und wird diese mit Vergnügen mit denjenigen von Patrick Huber vergleichen.»

Und wer «Ds Totemügerli» mit allen Sinnen erfahren will, der kann sich (beispielsweise auf YouTube) anhören, wie Hohler die Geschichte erzählt, und gleichzeitig durch Hubers Illustrationen blättern. Man sollte nur aufpassen, dass man vor Schreck nicht «abdotzeret». (lz)

Franz Hohler (Text), Patrick Huber (Illustrationen): Ds Totemügerli. Es bärndütsches Gschichtli. Zytglogge, 2022.

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Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
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