Höher. Schneller. Weiter.

Schneller geht der Puls, wenn sich der Muskel spannt, im Unterarm sich Sehnen dehnen, durch die Hand ein Zappen zuckt, das mit geübtem Fingerspiel die Körper in Bewegung setzt. Ein präziser Schlag in die Rechte, schon springen sie vor, flink wie das Licht verschwinden sie wieder, mit der nächsten routinierten Regung, flugs gedrückt, elegant gezogen, […]

Höher. Schneller. Weiter.

Schneller

geht der Puls, wenn sich der Muskel spannt, im Unterarm
sich Sehnen dehnen, durch die Hand
ein Zappen zuckt,
das mit geübtem Fingerspiel die Körper in Bewegung setzt.
Ein präziser Schlag in die Rechte, schon springen sie vor,
flink wie das Licht
verschwinden sie wieder, mit der nächsten routinierten Regung,
flugs gedrückt, elegant gezogen,
öffnet sich die Dose.
Kontrollierte Kraft, Flimmern im Zimmer, es lebe der Sport.

Höher

klettern die Grade in der Stube,
die Läufer und Fahrer und Reiter und Ringer und Springer und Spieler durcheilen
den Kampfplatz mit drahtigen Beinen.
Von eisernen Köpfen tropfen Perlen um die Wette,
ein Ende des Stroms ist nicht in Sicht,
ein guter Schluck, ein kluger Zug,
gleich stürzen sich die Schwimmer in ihr Element, springen rein und tauchen ab.
Rauschhafte Tiefen rufen
nach Beherrschung durch harsche Moral.
Gezügelte Gelüste, gezähmtes Gezeche, mens sana in corpore sano.

Weiter

huschen die Körper im Schirm von Disziplin
zu Disziplin und stärker prescht Müdigkeit vor, im gesund gehaltenen Geist
liegen Kraft und Schwäche im Kampf,
Sollen gegen Wollen, Neigung wider Weigerung,
die Königsdisziplin,
ein Schritt vor und zwei zurück,
ist bald verloren. Verflimmert der Wille,
erlöschen die Sinne, im Gefecht fällt das Auge und der Schlaf
entseelt den Sportgeist.
Verlorene Schlacht, gewonnener Krieg, Dabeisein ist alles.

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»