Hinter den Kulissen mit Carmelo Laganà

stv. Leiter der Geschäftsstelle Genf

 

Carmelo Laganà ist viel in der Schweiz unterwegs. Von Genf, wo er wohnt und am Westschweizer Standort von Economiesuisse tätig ist, reist er regelmässig nach Bern oder Zürich zu Strategiesitzungen. In der neusten ging es um die SVP-Begrenzungsinitiative, die ihn gleich doppelt betrifft. Als stellvertretender Leiter des Büros Genf hilft Laganà bei der Koordination der Abstimmungskampagne in der französischsprachigen Schweiz mit. Und als Projektleiter Aussenwirtschaft beschäftigt er sich mit den volkswirtschaftlichen Folgen des Volksbegehrens, das die Wirtschaftsbeziehungen zur EU als wichtigstem Handelspartner der Schweiz gefährdet. «Wir legen die Strategie für die Kampagne für die ganze Schweiz zusammen fest, aber regional setzen wir teilweise etwas andere Schwerpunkte.» So berücksichtige man in Genf die «sensibilité romande» etwa in bezug auf die Grenzgänger, so Laganà.

Angesichts der Omnipräsenz der Europapolitik rücken die Wirtschaftsbeziehungen in andere Regionen in der Öffentlichkeit in den Hintergrund. Dabei sind sie und ihre Weiterentwicklung ebenso wichtig, wie Laganà betont: «Eine neue Generation von Freihandelsabkommen tritt in Kraft.» Er denkt dabei an den jüngst ratifizierten Vertrag mit Indonesien sowie an jenen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, der vor dem Abschluss steht. «Diese Abkommen beziehen erstmals auch Fragen der Menschenrechte und Umweltschutz mit ein», sagt er. Sie seien zudem gerade in einer Zeit von Bedeutung, in welcher der Protektionismus weltweit zunehme und der Klimaschutz zu einer globalen Priorität geworden sei.

Neben seiner Arbeit gilt Laganàs Leidenschaft dem Basketball. Früher spielte er selbst, bevor er seine Aktivkarriere wegen einer Verletzung beenden musste. Seit fünf Jahren ist der 42jährige Vater zweier Kinder Präsident des kantonalen Basketballverbands von Genf. «Durch den Sport habe ich viele ‹Soft Skills› erlernt, beispielsweise die Zusammenarbeit im Team, die mir im Berufsleben viel gebracht haben.» Ehrenamtliches Engagement hält er aber noch aus einem anderen Grund hoch: «In einer Zeit, in der die Gesellschaft zunehmend individualistischer und solitärer wird, finde ich es wichtig, sich einzusetzen für die Gesellschaft.»

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