Fotografiert von Daniel Jung.

Gratis telefonieren – mit Aussicht

In den noch bestehenden Glas-Telefonkabinen kann man kostenlos telefonieren.

Wie Pferdewagen und Faxgeräte haben auch Telefonkabinen ihre beste Zeit hinter sich. Wie Pferdewagen und Faxgeräte sind aber auch Telefonkabinen noch nicht ganz verschwunden – man denke etwa an die Fiaker vor dem Wiener Stephansdom oder an die Datenübermittlung zu Beginn der Coronakrise.

So habe ich kürzlich wieder einmal in einer der überlebenden Schweizer Kabinen telefoniert. Zwar wurde vor anderthalb Jahren in Baden die letzte gewöhnliche, eckige Swisscom-Zelle abmontiert. Erhalten bleiben jedoch weiterhin rund 150 gläserne Rundkabinen der Variante «Telecab 2000». Diese gibt es noch, weil sie der Plakatgesellschaft APG auch als Werbefläche dienen. Und dank der Firma kann man in diesen Kabinen gratis ins Schweizer Fest- und Mobilnetz telefonieren, auch Notfallnummern oder die Dargebotene Hand sind kostenlos erreichbar. Die anfallenden Kosten für Unterhalt, Reinigung und Telekommunikation werden durch die an der Kabine angebrachten Plakate mitfinanziert.

Zum kleinen Erlebnis wird ein Besuch des gläsernen Zylinders übrigens dank der Aussicht und dem «klingenden Raumkonzept»: Beim Betreten der Telefonkabine wird beruhigende Instrumentalmusik abgespielt. (dj)

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Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
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