Dragica Rajčić Holzner, zvg.

Geist ist geil

Fünf Fragen an Dragica Rajčić Holzner.

Welches Kulturerlebnis hat Sie zuletzt begeistert und warum?

Die Tage südosteuropäischer Literatur im Literaturhaus in Zürich, wo eine junge Generation mit poetischem und kritischem kosmopolitischem Blick in Dialog trat: ­Marko Dinić, Ivna Žic, Lana Bastašić, Melinda Nadj ­Abonji: Ihre Werke kennen keine Tabus und eröffnen in ästhetischer wie moralischer Hinsicht neue Wege.

 

Welches Werk hat eine Weichenstellung in Ihrem Leben oder in Ihrem Denken bewirkt?

Hermann Brochs «Tod des Vergils» und ­Ingeborg Bachmanns «Das dreissigste Jahr». Beide lehrten mich viel über die Beziehungen zwischen Frauen und Männern, Utopien und mehr über das 19. und das 20. Jahrhundert als alle Geschichtsbücher zusammengenommen.

 

Welches ältere Werk lohnt sich noch heute bzw. immer wieder?

Robert Musils «Mann ohne Eigenschaften», ein in die ­Parallelwelt der Fantasie gehobener Essay und Roman.

 

Woran fehlt es Ihrer Meinung nach aktuell im ­Kulturbetrieb?

Platz für kluge und glaubwürdige Kritik, damit sich unser Geschmack und unser Urteilsvermögen formen können.

 

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtkästchen?

«Schwerkraft und Gnade» von Simone Weil. Eine ­zwischen Philosophie und Mystik zerrissene Frau, über die ich ein Theaterstück schreibe.

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