Peter Schneider, zvg.

Geist ist geil

6 Fragen an Peter Schneider

Welches Kulturerlebnis hat Sie zuletzt begeistert?

Die Serie «Shtisel» auf Netflix – ein nicht denunziatorischer Einblick in das Leben der Ultraorthodoxen in Israel.

Welches Werk hat eine Weichenstellung in Ihrem Leben oder Denken bewirkt?

In den frühen 1970er Jahren Freuds «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie» und de Beauvoirs «Das andere Geschlecht», in den späten Marcuses «Triebstruktur und ­Gesellschaft». In den frühen 1980ern das Gegenteil davon, Foucaults «Sexualität und Wahrheit», ausserdem Flecks «Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache». In den 1990er Jahren Latours «Wir sind nie modern gewesen». Ausserdem Butlers «Das Unbe­hagen der Geschlechter» und das Werk von Ian Hacking.

Welches ältere Werk lohnt sich auch heute noch?

John L. Austins sprachphilosophischer Klassiker «How to Do Things with Words», Freuds «Psychopathologie des Alltagslebens» und Hobbes’ «Leviathan».

Wem vertrauen Sie bei Tips in Sachen Kultur?

Den meisten. Ich habe nur zu wenig Zeit, um solchen Tips nachzugehen. Darum fehlt mir in der Regel die Möglichkeit zur Überprüfung.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtkästchen?

Da steht nur ein Fläschchen Nasenspray. Ich lese nicht im Bett. Ausserhalb des Betts habe ich gerade mit Karl Rühmanns Roman «Der Held» angefangen.

Welche drei Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ein Tierbestimmungsbuch, ein Pflanzenbestimmungsbuch und ein Notizbuch.

«Jeden Monat frische Denküberraschungen! Eine gehaltvolle und elegant gestaltete Zeitschrift.»
Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
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