Nora Bossong, zvg.

Geist ist geil

5 Fragen an Nora Bossong

Welches Kulturerlebnis hat Sie zuletzt begeistert und warum?

Für viele freiberufliche Kulturschaffende ist es aktuell eine harte Zeit und sicherlich gibt es einiges zu beklagen, aber wie schnell, kreativ und entgegenkommend manche Veranstalter sich umgestellt haben, Alternativen gesucht haben zu herkömmlichen Formaten, das hat mich in den letzten Wochen wirklich begeistert.

Wem vertrauen Sie bei Tips in Sachen Kultur?

Zwei alten Freunden, meiner Lektorin und meinen ­Buchhändlern.

Woran fehlt es Ihrer Meinung nach gerade im Kulturbetrieb?

Störender finde ich, was bei manchen zu viel ist, ­Betriebsblindheit zum Beispiel. Ein gutsituierter ­Regisseur etwa lässt gerade die wegen der Krise abstürzenden Börsenkurse in Musik umkomponieren und findet das «total schön». Abgesehen davon, dass ich mir mehr das eurythmische Nachtanzen der nächsten Wirtschaftskrise gewünscht hätte, bin ich sprachlos, wie naiv, ­zynisch oder vor lauter Privilegiertheit blasiert jemand sein kann.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtkästchen?

«Dantons Tod», «Der Zauberberg» und Aristoteles’ ­«Politik». Ich lese immer parallel. Auf meinem Schreibtisch liegen noch zehn weitere Bücher.

Welche drei Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Momentan sind wir ja alle auf einsamen Inseln, und ich bin mit meiner Nachttischauswahl ganz zufrieden.

«Jeden Monat frische Denküberraschungen! Eine gehaltvolle und elegant gestaltete Zeitschrift.»
Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
über den «Schweizer Monat»