Pirmin Meier, zvg.

Geist ist geil

Vier Fragen an Pirmin Meier.

Welches Kulturerlebnis hat Sie zuletzt begeistert und warum?

Das Schlagzeugkonzert von Peter Conradin Zumthor, uraufgeführt bei der Bruder-Klaus-Wallfahrtsstätte im zentrumRANFT in Flüeli (Obwalden). Von entsetzlichem Lärm mit Höllenklagen bis zu Stimmen des Himmels liess es den Tod und das Jüngste Gericht auf danteske Art ertönen.

 

Welches Werk hat eine Weichenstellung in Ihrem Leben oder in Ihrem Denken bewirkt?

Heinrich Federers Autobiografie «Am Fenster». Dabei handelt es sich um eine massenpsychologische Veranschaulichung der direkten Demokratie in einer souveränen Körperschaft – Landsgemeinde genannt. Sie schwankt zwischen Vulgärpopulismus, «gesundem Menschenverstand» und humanitärem Idealismus.

 

Welches ältere Werk lohnt sich noch heute bzw. immer wieder?

Dantes «Göttliche Komödie». Ein Sprachwunder. Für Nietzsche ist es das ehrliche Lehrbuch des Moralismus, denn es reicht von den satanischen Abgründen im Menschen bis hin zu seiner höchstmöglichen Erhebung, der Liebe.

 

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtkästchen?

«Das Planetenrührwerk» von Markus Kirchhofer, dem Spezialisten für den Einbrecher Bernhart Matter. Auch wenn Jeremias Gotthelfs «Käserei in der Vehfreude» als Käseepos der Schweiz unübertroffen bleibt, verbindet der Aargauer hier in der Tradition von Hermann Burger und Klaus Merz den Abgesang auf die Käsereien mit «Landschaftskritik», die an E.Y. Meyer erinnert.

«Eine inspirierende und
hochkarätige Lektüre
mit viel Tiefgang.»
Olivier Kessler, Direktor des Liberalen Instituts,
über den «Schweizer Monat»