Geist ist geil
Lidija Burčak, zvg.

Geist ist geil

Vier Fragen an Lidija Burčak.

Welches Werk hat eine Weichenstellung in Ihrem Leben oder in Ihrem Denken bewirkt?

«Les glaneurs et la glaneuse» von Agnes Varda. Den Film sah ich 2011 während meines Studiums in Berlin. Er hatte mich umgehauen. Varda nimmt die Bewegung der Ährenlese (Nachlese) unter die Lupe und folgt dieser Geste durch das gegenwärtige Frankreich: Menschen, die die Reste der Wegwerfgesellschaft aufnehmen. Was mich vor allem berührt, ist, dass Varda über ihre Selbstdarstellung ihr eigenes Altern thematisiert. Ein suchender und fragender Film, der dem Herzen und der Zeit Platz lässt. Das mag ich.

Welches ältere Werk lohnt sich noch heute bzw. immer wieder?

«Das tibetische Buch vom Leben und Sterben» von Sogyal Rinpoche. Es hat eine beruhigende Wirkung auf mich, wenn ich mich mit dem Tod beschäftige.

Wem vertrauen Sie, was Tips in Sachen Kultur anbelangt?

Meinen humorvollen und geistreichen Freundinnen und Freunden, die mir etwas empfehlen. Und sonst: Arte, 3sat und mir auffallenden Plakaten.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtkästchen?

Ich habe zwei Nachtkästchen. Auf dem einen liegen «Wie sollte man ein Buch lesen?» von Virginia Woolf, «Herkunft» von Saša Stanišic´ und das «Surprise»-Magazin. Auf dem anderen liegt mein vollgeschriebenes Tagebuch, welches darauf wartet, durch ein leeres neues ersetzt zu werden. Das wäre dann Nummer 55.

«Kurvt unentwegt jenseits
der Staatsgläubigkeit.»
Beat Kappeler, Ökonom und Publizist,
über den «Schweizer Monat»