Geist ist geil
Lika Nüssli, fotografiert von Herbert Weber

Geist ist geil

Fünf Fragen an Lika Nüssli.

 

Welches Kulturerlebnis hat Sie zuletzt begeistert und warum?

Die Sängerin Anna Frey (Anna & Stoffner mit Membrez und Bürki) im «Palace» in St. Gallen. Die Frau, die Stimme, die Texte fegen mich weg! Tags drauf eine literarisch-­musikalische Matinée mit vier St. Gallerinnen, Christine Fischer, Brigitte Meyer, Brigitta Gehrig und Andrea ­Martina Graf – berührende Pianoklänge und Singstimme sowie scharfsinnige, poetische und witzige Texte.

Welches Werk hat eine Weichenstellung in ­Ihrem Leben oder in Ihrem Denken bewirkt?

Elfriede Jelineks Theaterstück «Schatten (Eurydike sagt)», inszeniert von Sophia Bodamer am Luzerner Theater in Co-Produktion mit dem Fumetto-Comic-Festival 2018. ­Jelinek schafft es, Geschichte konsequent neu und ­feministisch zu denken, einen hochaktuellen Stoff in eine absolut eigene Sprache zu transformieren. Eine ­beeindruckende Performance von Sound, Sprechtheater, Installation, Livepainting. Die Mitwirkung hieran hat meine weitere künstlerische Arbeit enorm inspiriert.

Welches ältere Werk lohnt sich noch heute bzw. immer wieder?

«Der Nazi & der Friseur» von Edgar Hilsenrath.

Woran fehlt es Ihrer Meinung nach aktuell im ­Kulturbetrieb?

An ökologischer Umsetzung und Ruhe.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtkästchen?

«Cheese» von ZUZU bei Edition Moderne. Ein Meisterstück grafischer Erzählkunst, ein Muss! Und ein ­grossartiges Abbild der Jugend in Italien.

«Der ‹Schweizer Monat› leistet auch
kulturell vielseitige Aufklärungsarbeit»
Ilma Rakusa, Übesetzerin und Literatin,
über den «Schweizer Monat»