Güzin Kar, fotografiert von Felix von Muralt.

Geist ist geil

Fünf Fragen an Güzin Kar.

Welches Kulturerlebnis hat Sie zuletzt begeistert und warum?

«Ich bin dein Mensch» von Maria Schrader. Ein lustiger, leichter und zugleich tiefgründiger und philosophischer Film mit einer der schönsten Sexszenen der Film­geschichte.

Welches Werk hat eine Weichenstellung in Ihrem ­Leben oder in Ihrem Denken bewirkt?

Kraftwerk als Gesamtkunstwerk. Die Musik, die Videos, die vier Klone auf der Bühne haben mir fürchterliche Angst eingejagt und mich gleichzeitig mit dem grösstmöglichen Glück erfüllt. Ich weiss seither, dass Angst zur Kunst ­gehört.

Welches ältere Werk lohnt sich noch heute bzw. ­immer wieder?

«Mitteilungen an Max über den Stand der Dinge und anderes» von Wolfgang Hildesheimer. Ich lese es regelmässig, so wie andere ein Musikstück immer wieder hören.

Woran fehlt es Ihrer Meinung nach aktuell im ­Kulturbetrieb?

Eine differenzierte und professionelle Debatte über Se­rien. In diesem Bereich finden kulturelle Eruptionen statt, ­inhaltlich und produktionell, aber Kritik und Rezeption sind auf dem Stand der 1990er-Jahre.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtkästchen?

Im Bett lese ich keine Bücher, sondern schaue entweder ­Filme oder google auf dem Handy unnötiges Wissen, zum Beispiel, ob Adam Sandler und Ben Stiller wirklich zwei verschiedene Menschen sind.

«Die letzte Bastion
des klassischen Liberalismus
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Titus Gebel, Unternehmer und Lebenszeitabonnent,
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