Peter Kurer, zvg.

Geist ist geil

Sechs Fragen an Peter Kurer.

Welches Kulturerlebnis hat Sie zuletzt begeistert und warum?

Während der Coronazeit habe ich mit meinen Enkeln ­vielleicht zehnmal «Mary Poppins» angeschaut. Es ist ­berührend, wie dieser witzige, hintergründige und liebe­volle ­Musikfilm junge Seelen begeistert.

Welches Werk hat eine Weichenstellung in Ihrem Leben oder in Ihrem Denken bewirkt?

Ludwig Wittgensteins «Tractatus logico-philosophicus». Seitdem weiss ich, dass meine eigene beschreibbare Erfahrung die Grenzen meines Verständnisses und meiner Welt definieren. Über abstrakte Konzepte wie Religion, Ideologie, Visionen oder allgemeine Werte zu diskutieren, bringt nichts.

Welches ältere Werk lohnt sich noch heute bzw. immer wieder?

«The Köln Concert» von Keith Jarrett.

Wem vertrauen Sie, was Tips in Sachen Kultur angeht?

Meiner Frau und ihren Freundinnen.

Woran fehlt es Ihrer Meinung nach aktuell im ­Kulturbetrieb?

An nichts. Wir haben ein Überangebot an Kultur und ­keine Mangelsituation. Was mich stört, ist, wie das Geld des Staates und der Sponsoren verteilt wird. Warum ­erhalten die klassische Musik und die grossen Museen so viel, Jazz und Literatur so wenig?

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtkästchen?

Wieder einmal und aus gegebenem Anlass (Afghanistan): «The Road to Oxiana» von Robert Byron.

«Jeden Monat frische Denküberraschungen! Eine gehaltvolle und elegant gestaltete Zeitschrift.»
Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
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