Bild: www.alpinesmuseum.ch

Frauen können auch oben sein

Das Alpine Museum rückt Bergsteigerinnen in den Fokus.

 

Seit Berge bestiegen werden, werden sie auch von Frauen bestiegen. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung standen sie lange im Schatten der Männer – zu sehr widersprach der weibliche Alpinismus der gesellschaftlichen Vorstellung der weiblichen Rolle. Der Schweizerische Alpenclub öffnete sich erst Ende der 1970er-Jahre für Frauen. Und auf dem Diplom der ersten Schweizer Bergführerin Nicole Niquille musste 1986 die vorgedruckte Ansprache «Herr / Monsieur» von Hand korrigiert werden.

Doch immer wieder haben Frauen diesen Widerständen getrotzt – dank Durchhaltewillen, Mut und einer Prise Humor. Mit der Ansage «A Woman’s Place Is on Top» bewarb ein T-Shirt in den 1970er-Jahren eine Frauenexpedition auf den Annapurna im Himalaya. Das Shirt ist eines von zahlreichen Fundstücken, die das Alpine Museum in Bern nun der Öffentlichkeit zugänglich macht. Die Sammlung macht deutlich, dass Frauen schon lange im Alpinismus präsent sind, wenn auch nicht in dessen öffentlichem Bild.

Begleitet wird das Projekt von einem Postkartenbuch mit eindrücklichen Fotos von Bergsteigerinnen aus fast 150 Jahren. Auf den ältesten Bildern sieht man sie in Röcken auf Gletschern und an Felsen. Das Tragen von Hosen war verpönt oder gar verboten. «Somit ist die Hose auch ein Symbol weiblicher Emanzipation am Berg», heisst es dazu in einem begleitenden Text. (lz)

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Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie,
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