Bild: Grosser Saal der Tonhalle Zürich, fotografiert von Mikhail Shalaev.

Festliche Klänge in der Tonhalle Zürich

Das Orchestre des Champs-Elysées führt Mozart auf.

Ich halte nicht viel von Gewinnspielen, doch diesmal hat sich die Teilnahme gelohnt: Der Verband der Studierenden der Universität Zürich verloste Tickets und ich gewann eines davon.

So durfte ich nach einer langen Konzertabstinenz, welche auch Corona geschuldet war, an einem Mittwochabend in der Zürcher Tonhalle Platz nehmen, um Mozart zu lauschen: Das Orchestre des Champs-Elysées spielte die Sinfonie in g-Moll (KV 550) und die grosse Messe in c-Moll (KV 427), welche beide bedeutende Werke aus seiner Wiener Zeit sind. Für den Gesang war das Collegium Vocale Gent zusammen mit vier Solisten verantwortlich. Ein Chor, welcher ebenso wie das Orchester vom Belgier Philippe Herreweghe gegründet wurde, der auch an jenem Abend als Dirigent die Leitung innehatte.

Der Konzertsaal war prall gefüllt und erstrahlte nach der kürzlich abgeschlossenen Restaurierung in neuem Glanz: noch goldiger, noch moderner und dennoch nicht zu pompös oder überladen, sondern festlich und angemessen. Das Orchester spielte brillant, der Dirigent bewegte sich energisch, schon fast tanzend, und der Chor harmonierte mit den Solistinnen und Solisten.

Es wurde gleichermassen gehustet wie bei meinem letzten Besuch und natürlich gab es auch dieses eine Handy, das zum Ärgernis aller im dümmsten Moment eine SMS empfing. Die Erwartungen wurden somit sowohl in bezug auf die positiven als auch die negativen Klänge vollends erfüllt. Das Programmbüchlein verleitete während der Vorstellung ausserdem dazu, die Augen zu schliessen oder seinen Blick stets auf die Bühne zu richten: Im spärlichen Licht stellte man fest, dass darin so ausgiebig gegendert wurde, dass man nur noch Sternchen vor Augen sah. (ms)

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
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