Es wird besser und besser und besser…

Seit mindestens zwei Dekaden geht es uns Menschen von Jahr zu Jahr besser.

Sicher, es ist ein bisschen spät, um noch ein frohes neues Jahr zu wünschen. Wenn schon nicht wünschen, dann möchte ich aber doch zumindest eines prognostizieren. «Prognostizieren?», werden Sie vielleicht denken, «noch so ein Sterndeuter?» Mitnichten. Ich halte mir einfach den historischen Trend vor Augen. Und aus ihm leite ich ab: es muss geradezu unvermeidlich ein gutes, genauer: ein besseres Jahr werden. Denn seit mindestens zwei Dekaden geht es uns Menschen von Jahr zu Jahr besser.

Beginnen wir mit dem vielleicht wichtigsten Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte: dem dramatischen Rückgang der weltweiten Armut. Ein Bericht der Vereinten Nationen stellte jüngst fest, dass «der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, weltweit von 43 Prozent in 1990 auf 22 Prozent in 2008 abgenommen» hat. Allein 500 Millionen Chinesen haben aufgrund des rasanten Wirtschaftswachstums im Reich der Mitte die Armut hinter sich lassen können. Der globale Rückgang der Armut ist besonders beachtlich angesichts einer Zunahme der Weltbevölkerung um 59 Prozent sei 1981. Heute können wir feststellen: Weltweit werden immer mehr Menschen immer wohlhabender.

Die Ursache für diesen Triumph liegt auf der Hand: Der durch das Fraser Institute herausgegebene globale Index der wirtschaftlichen Freiheit vermerkt seit den 1990er Jahren (genauer: seit dem Scheitern des Kommunismus) einen regelrechten Sprung nach oben – und im Gleichschritt mit der Wirtschaftsfreiheit nahmen weltweit die Lebenserwartung, die Alphabetisierung, der Schutz der Bürgerrechte und die Gleichberechtigung der Geschlechter
zu – die Armut hingegen spürbar ab.

Der britische Autor Matt Ridley stellt fest: Verglichen mit den 1960er Jahren verdient der durchschnittliche Mensch heute dreimal mehr Geld (inflationsbereinigt), isst ein Drittel mehr Kalorien, hat zwei Drittel weniger Kindstote zu beklagen und lebt um ein Drittel länger. Sein Fazit: Nie in der Menschheitsgeschichte gab es eine bessere Zeit zu leben als heute. Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Die zunehmende wirtschaftliche Freiheit sorgt nicht nur weltweit für steigende Einkommen – diese Einkommen können auch immer mehr kaufen. Oder anders: Erdenbewohner müssen immer weniger Zeit in Arbeit investieren, um sich Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf leisten zu können.

Die Überwindung der Armut ist aber nicht der einzige Grund für Optimismus, auch andere Geisseln der Menschheit verlieren an Bedrohlichkeit – etwa Kriege, Krankheit oder Umweltverschmutzung. Bjorn Lomborg analysierte jüngst gemeinsam mit 21 Ökonomen einige globale Indikatoren – und kam zu ausgesprochen erfreulichen Ergebnissen: Seit den 1950er Jahren nimmt die Anzahl bewaffneter Konflikte beständig ab. Flossen im 20. Jahrhundert im Schnitt 5 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung in die Finanzierung kriegerischer Konflikte, so sind es heute nur noch 1,7 Prozent – mit klar fallender Tendenz.

Ähnlich lässt sich die Belastung der Menschheit durch Krankheit, Luftverschmutzung, Klimawandel oder Verlust an Biodiversität berechnen. In allen diesen Bereichen weisen die Kosten-kurven klar nach unten. Immer mehr Krankheiten sind heute behandelbar oder können durch Impfung vermieden werden. Selbst Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind im Westen im Rückgang begriffen. Todesfälle verursacht durch Krebs nehmen unter den jüngeren Jahrgängen ständig ab. Gleichzeitig nimmt vor allem im Westen die Qualität der Luft und des Wassers immer weiter zu. Unsere Technologien werden immer energieeffizienter und umweltschonender.

Die Liste positiver Entwicklungen liesse sich nahezu beliebig fortsetzen. Empfohlen seien hier stattdessen die Werke der genannten Autoren. Sie heben sich wohltuend von der notorischen Schwarzseherei unserer Medien und Politik ab. Denn unter uns: Die Politik lebt nun mal von Krisen, und Katastrophen verkaufen Zeitungen. Lassen Sie sich also von den professionellen Schwarzsehern nicht die Laune verderben. Nüchtern betrachtet wird die Welt ein immer besserer Ort für uns Menschen.

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»