Einsen und Nullen: Unsere Informationsgesellschaft

Diese Zeilen erschienen auf bedrucktem Papier. Sie mögen dieses Leseverhalten als veraltet empfinden. Und obwohl Sie damit nicht allein wären, haben wir darauf verzichtet, im Heft nur einen QR-Code zu drucken. Sie wissen schon, diese briefmarkenähnlichen Pixelbilder, auf die Sie dann Ihr Mobilgerät hätten halten können, um via App direkt auf dieser Website zu landen. […]

Einsen und Nullen: Unsere Informationsgesellschaft

Diese Zeilen erschienen auf bedrucktem Papier. Sie mögen dieses Leseverhalten als veraltet empfinden. Und obwohl Sie damit nicht allein wären, haben wir darauf verzichtet, im Heft nur einen QR-Code zu drucken. Sie wissen schon, diese briefmarkenähnlichen Pixelbilder, auf die Sie dann Ihr Mobilgerät hätten halten können, um via App direkt auf dieser Website zu landen. Nein, damit haben wir Sie verschont. Denn ob Sie technophil sind oder nicht: Ihr Leben ist schon genug beherrscht von Computern und digitaler Technologie.

Der weltweit etwa einer 1 000 000 000 PC stehen nämlich etwa 20 000 000 000 Computer gegenüber, die weitgehend im Verborgenen Ihres Alltagslebens wirken. Sie erleichtern das Leben auch des grössten Technikskeptikers: wenn der Bancomat Bargeld ausspuckt, die Waage des Supermarkts den Preis für die Äpfel bekannt gibt oder der blaue Kasten auf dem Zugperron die Abfahrtszeiten der nächsten S-Bahn anzeigt.

Wer sich dessen nicht bewusst ist, dem bleibt auch verborgen, wie Informationsverarbeitung heute funktioniert. Nämlich als Schlüsseltechnologie, die die Informationsbeziehungen zwischen Menschen und Maschinen neu definiert. Oft kommt in diesem Zusammenhang die Frage: Werden wir zu Sklaven von Maschinen und ihren Rechenverfahren, den Algorithmen? Die Frage ist Ausdruck des Unbehagens, das uns beschleicht, wenn wir etwas nicht verstehen. Die Computersprache ist die Universalsprache des 21. Jahrhunderts. Wenn wir nicht begreifen, wie sie funktioniert, besteht tatsächlich die Gefahr, dass «Computer Natives» zu «Computer Naives» werden.

Mitverantwortlich dafür wäre, dass an den meisten Schweizer Schulen und Gymnasien Informatik immer noch als Anwendungskompetenz statt als systematische Verarbeitung von Informationen gelehrt wird: Excel und Word statt PHP und Delphi – letztere Programmiersprache basiert übrigens auf den Entwicklungen des Schweizer Informatikers Klaus Wirth.

Wenn überall die Rede von steigender Komplexität ist und Facebook nun den Zugang für 13jährige plant – was wäre mehr angezeigt, als an Schulen 7jährige in Programmier­sprache(n) zu unterrichten?

Die folgenden Seiten sind weder eine Bedienungsanleitung noch eine Einführung in Informationsverarbeitung. Sie sind vielmehr Grundlage neuer Zugänge zur real existierenden technischen Welt, in der wir leben. Exponenten, die die Informationsgesellschaft und den Denkplatz Schweiz prägen, weisen – auf Papier – den Weg in eine Zukunft, in der wir die Informatik für den einzelnen verständlich und nutzbar machen – statt uns von ihr überfordert zu fühlen.

Wir wünschen anregende Lektüre!

Die Redaktion

Einsen und Nullen: Unsere Informationsgesellschaft
Einsen und Nullen: Unsere Informationsgesellschaft

Diese Zeilen erschienen auf bedrucktem Papier. Sie mögen dieses Leseverhalten als veraltet empfinden. Und obwohl Sie damit nicht allein wären, haben wir darauf verzichtet, im Heft nur einen QR-Code zu drucken. Sie wissen schon, diese briefmarkenähnlichen Pixelbilder, auf die Sie dann Ihr Mobilgerät hätten halten können, um via App direkt auf dieser Website zu landen. […]

«Der beste Journalismus ist der,
den man liest, obwohl einen das Thema bis dahin gar nicht interessiert hat.
Beim MONAT passiert mir das ständig.»
Niko Stoifberg, Schriftsteller und Redaktor bei «getAbstract», über den «Schweizer Monat»