Einen kühlen Kopf bewahren

Bjørn Lomborgs «Klimapanik» rät zu ökonomisch kalkulierten Lösungen zur Eindämmung der Erderwärmung.

Einen kühlen Kopf bewahren
Bild: Daniel Jung, Klimapanik: Warum uns eine falsche Klimapolitik Billionen kostet und den Planeten nicht retten wird. FinanzBuch-Verlag, München, 2022.

 

In Deutschland sorgen gerade Aktivisten, die sich «Letzte Generation» nennen, durch Strassensperrungen für Schlagzeilen. Die Demonstranten sind sich einig: Räumen die Regierungen der Klimarettung nicht sofort unbegrenzte Mittel frei, so wird die Menschheit untergehen. Anderer Meinung ist Bjørn Lomborg, dessen Buch «Klimapanik» kürzlich auf Deutsch erschienen ist: Der dänische Autor macht klar, dass übertriebene Ängste – die Menschheit stehe unmittelbar vor dem Aussterben – kein guter Ratgeber sind im Umgang mit dem Klimawandel. Dieser stellt gemäss Lomborg durchaus ein echtes Problem dar: «Die Wissenschaft ist sich einig, dass der Treibhauseffekt in allererster Linie vom Menschen verursacht wird», schreibt er. Einigermassen einig sei sie sich auch, was die Auswirkungen auf die globalen Temperaturen und den Anstieg des Meeresspiegels betreffe.

Klar sei aber auch, dass die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten nicht auszusterben drohe. «Ganz im Gegenteil geht es uns Menschen besser als je zuvor – auch wenn die Propheten der Apokalypse das nicht wahrhaben wollen.» Lomborg beobachtet, dass die Wortwahl im öffentlichen Diskurs extremer wurde und der Bezug zu den Erkenntnissen der Wissenschaft loser. Durch den einseitigen Fokus aufs Klima würden andere Probleme vernachlässigt, wie Hungersnöte, politische Konflikte oder Kriege. Vor diesem Hintergrund schlägt der Autor die Einführung einer CO2-Steuer vor, grössere Anstrengungen im Bereich der technischen Innovationen sowie Anpassungen an die unvermeidbaren Veränderungen. Mit seinem Buch liefert der Däne der aufgeheizten Klimadebatte eine willkommene Abkühlung. (dj)

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