Ein Hoch auf die Hidden Champions

Die Kleinen- und Mittleren Unternehmungen (KMU) sind selten im Zentrum der Aufmerksamkeit. Es liegt wohl weniger daran, dass ihre generellen Leistungen zu Gunsten von Wirtschaft und Gesellschaft nicht geschätzt würden. Vielmehr findet vieles unterhalb dem Radar der Medien und der Wissenschaft statt, insbesondere wenn es um Führungsfragen geht. An dieser Stelle möchte ich deshalb über […]

Ein Hoch auf die Hidden Champions
Foto von Fotalia.

Die Kleinen- und Mittleren Unternehmungen (KMU) sind selten im Zentrum der Aufmerksamkeit. Es liegt wohl weniger daran, dass ihre generellen Leistungen zu Gunsten von Wirtschaft und Gesellschaft nicht geschätzt würden. Vielmehr findet vieles unterhalb dem Radar der Medien und der Wissenschaft statt, insbesondere wenn es um Führungsfragen geht. An dieser Stelle möchte ich deshalb über zwei verborgene Grosstaten von KMU berichten.

Beim ersten handelt es sich um einen Gipser- und Malerbetrieb mit 35 Angestellten und vier Lernenden. Die Frau eines 43-jährigen ausländischen Mitarbeiters, der bereits seit einigen Jahren bei der Firma arbeitet, erkundigte sich bei der Geschäftsleitung, ob ihrem Mann eine Lehre ermöglicht werden könnte. Die Partner willigten ein und schlugen folgendes Vorgehen vor: Reduktion des Pensums auf 80 Prozent und Schulung der Deutschkenntnisse an einem Tag pro Woche. Im Herbst 2014 war es soweit: Mit 80 Prozent des bisherigen Lohns konnte er die Lehre beginnen.

Das zweite Beispiel handelt von einem Alters- und Pflegezentrum. Für 70 Bewohnerinnen und Bewohner stehen 120 Mitarbeitende im Einsatz. Beim Küchenchef wurde einige Monate nach dessen Anstellung festgestellt, dass er grosse Mühe mit Lesen hatte und kaum schreiben konnte: man hatte einen Analphabeten eingestellt. Die Leitung des Heims entschied, den Kollegen nicht zu entlassen, sondern ihn zu fördern. Der Geschäftsführer übernahm selber die Führung der Gastronomie, um so den Küchenchef Schritt für Schritt fit für seine Aufgabe zu machen. Am 1. November 2014 konnte er seine Funktion wieder vollumfänglich übernehmen. – Beide Fälle, die mir persönlich bekannt sind, freuen mich sehr. Sie belegen, dass im Verborgenen vorbildliche Mitarbeiterführung stattfindet. Daran können sich einige global agierende Unternehmungen mit ihren bürokratischen, state-of-the-art-Personalabteilungen ein Beispiel nehmen.

 

Mit diesem Einblick verabschiedet sich Ulrich Zwygart als Kolumnist. Wir danken ihm für anregende Gedanken und im Kopf bleibende Lektionen zu „Manager und Leistung“. Anlässlich des Finales schalten wir sämtliche seiner Kolumnen frei:

Buhmann oder Vorbild?

Vitamin C

Banale Führung?

Denkpause unter der Dusche

Betroffenheit ist nicht genug

Warum wollen wir das tun?

Arbeit im Alter

Quoten für Frauen – und für wen noch?

Stressreduktion dank E-Mail-Regel

Wie viel Sinn machen Leadership-Kurse?