Editorial

Nicht unbedingt eine weihnachtliche Fragestellung, eine wichtige und aktuelle aber allemal: Sind westliche Werte heute bedroht? Wenn ja, was ist die Qualität dieser Bedrohung, und was können wir tun? Der inhaltliche Schwerpunkt dieses Hefts ist aus einer Reihe von Fragen geboren, die eine gewisse Verunsicherung andeuten mögen, die mittelbar aber abzielen auf die Entwicklung angemessener Antworten im intellektuellen wie auch im praktischen Sinn.

Sind westliche Werte von aussen bedroht? Wer die Frage mit «ja» beantworten will, wird etwa auf eine ökonomisch motivierte Immigration verweisen, die Wellen junger Menschen bringt, die die kulturelle Moderne und ihre Implikationen nicht immer schon verinnerlicht haben. Oder auf politisch radikale, religiös-fundamentalistische Kräfte, die westliche Werte nicht nur frontal ablehnen, sondern nach Kräften und mit allen Mitteln bekämpfen.

Sind westliche Werte von innen bedroht? «Vielleicht ja», wird man mit Blick auf eine demographische Entwicklung sagen, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten namentlich ein rasantes Wachstum des islamischen Anteils an der europäischen Bevölkerung bringen soll. «Vielleicht ja», mit Blick auf den inneren Zustand moderner Gesellschaften, auf den Verlust an sozialer Kohäsion im Gefolge fortschreitender Individuation und wachsender Mobilität. «Vielleicht ja», mit Blick schliesslich auf das Innere des modernen europäischen Menschen selbst – auf ein Inneres, das bisweilen eine bemerkenswerte moralische und politische Gleichgültigkeit offenbart.

«MONAT für MONAT
eine sinnvolle Investition.»
Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
über den «Schweizer Monat»