Editorial

In Ihren Händen halten Sie unsere umfangreiche Sommer-Doppelausgabe. So will es die Tradition. Wiederum haben wir darauf geachtet, Ihnen mit einem spannenden Themen- und Formenmix besondere Lesestoffe zu bieten – für den Strand mit Sonneneinwirkung oder die Bibliothek im kühlen Untergeschoss. Apropos: wie stelle ich mir eigentlich den idealen Leser, die ideale Leserin vor? Natürlich […]

In Ihren Händen halten Sie unsere umfangreiche Sommer-Doppelausgabe. So will es die Tradition. Wiederum haben wir darauf geachtet, Ihnen mit einem spannenden Themen- und Formenmix besondere Lesestoffe zu bieten – für den Strand mit Sonneneinwirkung oder die Bibliothek im kühlen Untergeschoss.
Apropos: wie stelle ich mir eigentlich den idealen Leser, die ideale Leserin vor? Natürlich buchbewehrt, mit Brille, stets auf Achse (im Sommer auch gerne ein paar Wochen am Strand), leicht gehetzt, unternehmerisch tätig, neugierig, staunend über die Wohltaten der Globalisierung, heimat-verbunden, im Reinen mit sich, hadernd mit der politischen Welt, skeptisch, marktwirtschaftlich, Weinfan.

Wir haben eine Leserumfrage durchgeführt, Sie haben überaus engagiert mitgewirkt. Vielen Dank! Die Auswertung dauert an. Aber ein paar besonders originelle Rückmeldungen möchte ich Ihnen freilich schon vorab zum besten geben. Auf die Frage, was Sie als erstes ändern würden, wenn Sie einen Tag lang Herausgeber dieser Zeitschrift wären, trafen unter anderem folgende Kommentare ein:

– Weniger Bilder, mehr Textabdeckung.

– Die linke Politik entlarven – wer soll das bezahlen?

– Das Prädikat «Schweizer» aus dem Titel entfernen.

– Habe die tüchtigen Redaktoren nicht zu schulmeistern.

– Ich würde René Scheu für vier Wochen in die Ferien schicken.

– Ich würde einen intensiveren Gedankenaustausch mit Peter Sloterdijk pflegen und ihn bitten, regelmässig für den Monat zu schreiben.

Die letzten beiden Empfehlungen habe ich sogleich beherzigt – ich verbringe den Juli im Ausland, und Sie finden viel Sloterdijk in dieser Nummer. Unser «Hausphilosoph» beherrscht die Kunst, sich selbst in Form zu bringen und hoch-zuschaukeln. Ab S. 12 werden Sie ein weiteres Mal Zeuge davon – und dürfen sich von ihm selbst gerne hochschaukeln lassen.

Ich wünsche Ihnen anregende Lektüre, wir lesen uns Anfang September wieder!

René Scheu,

Herausgeber & Chefredaktor